Ich will euch erzählen ein Märchen, gar schnurrig: Es war mal ein Kaiser; der Kaiser war kurrig; Auch war mal ein Abt, ein gar stattlicher Herr; Nur schade! sein Schäfer war klüger, als er.
Doch während er und sein Geleit Sich fertig machten und bereit, Braute Frau Isot indes In einem kleinen Glasgefäß Einen Trank der Minne, Den sie mit weisem Sinne, Mit feiner Wissenschaft erdacht, Und dann mit Zauberkunst vollbracht.
Lenore fuhr ums Morgenrot Empor aus schweren Träumen: »Bist untreu, Wilhelm, oder tot? Wie lange willst du säumen?« – Er war mit König Friedrichs Macht Gezogen in die Prager Schlacht, Und hatte nicht geschrieben: Ob er gesund geblieben.
Hüll’ ein mich in die grünen Decken, Mit deinem Säuseln sing mich ein, Bei guter Zeit magst du mich wecken Mit deines Tages jungem Schein! Ich hab mich müd in dir ergangen, Mein Aug’ ist matt von deiner Pracht. Nun ist mein einziges Verlangen, Im Traum zu ruhn, in deiner Nacht.
Ich lag die Nacht in halbem Traum Zwischen Schlafen und Wachen Und wußt es kaum. Vor meinen Augen ging ein Tanz Seltsamer Bilder auf und ab, Und längst Verstorbne ließ das Grab.
Im kurzen Abend. Voll Wind ist die Stunde, Und die Röte so tief und so winterlich klein. Unsere Hand, die sich zagend gefunden, Bald wird sie frieren und einsam sein.
Resedaduft entschwebt im braunen Grün, Geflimmer schauert auf den schönen Weiher, Die Weiden stehn gehüllt in weiße Schleier Darinnen Falter irre Kreise ziehn.
Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten, Folg ich der Vögel wundervollen Flügen, Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen, Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.