Der fromme Damon dauert mich Von ganzem Herzen; Er härmt sich ab, und kümmert sich Mit Liebesschmerzen. Wie Sommerrosen welkt er hin: Doch weinen kann ich nur um ihn.
Bald ist die Winternacht dahin, Die kalten Nebelwolken fliehn, Und heller lacht die Sonne. Bald weckt der Lenz in Hain und Flur Die starre, schlummernde Natur Zu langentbehrter Wonne.
Der Abend wallt, mit süßer Ruh, Von Taugewölken nieder; Die bunte Tulpe schließt sich zu, Der Hain vergißt der Lieder. Nur von beglückter Liebe singt Noch meine Philomele, Und ach! ein Sehnsuchtsseufzer dringt Mir schmachtend aus der Seele.
Du Kleine, willst du gehen? Du bist ein Kind! Wie wolltest du verstehen, Was Küsse sind? Du warst vor wenig Wochen Ein Knöspchen bloß; Nun tut, kaum ausgebrochen, Das Röslein groß!