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Sprüche, Gedichte, Zitate

Hochsommer

Nun glüht der Sommer in der vollsten Pracht, Sieh, wie auf dieses Rasens dichten Sammet Durch der Platanen dunkelgrüne nacht Das warme Gold der Abendsonn flammet! Und doch, und doch – auf Sommers höchster Höh Durchschauerts mich wie ein geheimes Weh, Als sagte schon des Jahres Luft Ade!

Ernte- und Herbst-Dankfest | Gedicht von Karl von Gerok

Danket dem Schöpfer und preist den Erhalter,Dessen Barmherzigkeit immer noch neu,Rühret die Harfe und spielet den Psalter,Schmecket und sehet wie freundlich er sei,Ziert die Altäre,Bringt ihm zur EhreLiebliche Opfer des Lobes herbei. Hört ihr im Chore die hallenden Glocken?Schmückt euch, ihr Bürger, zum festlichen Gang;Viele zum Hause des Herren zu locken,Weithin erschalle der herrliche Klang!Auf

Abschied von der Klosterkammer

Leb wohl, du stille klösterliche Kammer, Wo, schwelgend in der Jugend Lust und Jammer, Der Rose gleich in schwüler Mainacht Schoß, Mein Jünglingsherz den Blütenkelch erschloss.

Wulfhild und Waldtraut

Die schlanke Bode fließt im Thale Um manchen Berg und Felsenhang, Macht her und hin manch liebe Male Umweg und krummen Wiedergang.

Das Mitleiden

Der fromme Damon dauert mich Von ganzem Herzen; Er härmt sich ab, und kümmert sich Mit Liebesschmerzen. Wie Sommerrosen welkt er hin: Doch weinen kann ich nur um ihn.

Das Menschenherz | Gedicht von Heinrich Seidel

So lieblich ist keine Frühlingsnacht,So heiss kein Sommertag gemacht,Kein Herbst so reich, kein Winter so streng,Keine Welt so weit, kein Oehr so eng,Kein Flaum so weich, so hart kein ErzWie du, vielfältig Menschenherz! Heinrich Seidel