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Sprüche, Gedichte, Zitate

Eisblumen zu Weihnachten – Gedicht von Otto Julius Bierbaum

Das unfruchtbare Eis, kalt, panzerglatt,Verhärtet Leben, das dem Tode dient,Der sich, der Farblose, mit ihm umschient –Das Eis, das keine Seele hat,Das unbewegte, allen Lebens Bann: Das starre Eis selbst ist nicht tot.In ihm auch wirkt gestaltendes Gebot,Der Schönheit Triebkraft ward auch ihm:Es setzt geheimnisvolle Blüten an,Und Schwingenrispen, wie dem SeraphimGefiederüppig sie aus Schulternrund,Gekraust, geschwungen,

Nachtzauber

Sacht dunkelt`s in dem Grunde, Kaum hauchet noch der Wind, Vor`m Fenster dieser Stunde Die Zweige weh`n gelind.

Der Tanz

Sieh, wie schwebenden Schrittes im Wellenschwung sich die Paare Drehen! Den Boden berührt kaum der geflügelte Fuß. Seh’ ich flüchtige Schatten, befreit von der Schwere des Leibes? Schlingen im Mondlicht dort Elfen den luftigen Reihn? Wie, vom Zephyr gewiegt, der leichte Rauch in die Luft fließt,

Abend-Hymnus im Anschauen der Natur (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Dem heil’gen Urquell der NaturenErtön‘ ein feyernder Gesang!Ihn preisen Berg und Thal und Fluren;Und ihm verstummte nur mein Dank? Schaut, wie der Mond im LichtgewandeDurch jene Silberwolken wallt!Hört, wie von dem beblümten StrandeDes Baches Lispeln wiederhallt! Durchschaure meinen Geist, o StilleDer ringsum seyernden Natur!Schon fühlt er leichter seine Hülle,Erblickt des Unerforschten Spur. Er wohnt nicht