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Sprüche, Gedichte, Zitate

Stimmungsbild

Es dehnet weit sich eine sand’ge Brache, Nur dürft’ge Halme zittern stoßweis‘ vor dem Wind, Nur selten schwillt zu einem kleinen Bache Der Wasserstreif, der sickernd über Kiesel rinnt,

Das blinde Kind

Es sitzt das Mädchen trüb im Leid, Es tastet an dem Schmuck die Hand, Sie streift das lichte Feierkleid, Des Farbenschein ihr unbekannt; Des Lichtes Quell ist ihr verstopft, Ihr Aug‘ kennt keiner Farbe Wahl, Es kennt nur Lust, die leise tropft, Kennt nur des Schmerzes wilden Schwall.

Wulfhild und Waldtraut

Die schlanke Bode fließt im Thale Um manchen Berg und Felsenhang, Macht her und hin manch liebe Male Umweg und krummen Wiedergang.

Wunsch und Erfüllung

Kann ich nur dichten! – bleibt mir Freiheit nur Tagtäglich meinen Schritt in die Natur Nach Herzenslust zu richten; Kann ich nur lagern mich auf luft’gen Höhn, Am Leben mich des reichen Tals zu weiden, Mich an belebten Strömen nur ergehn, So werd‘ ich keinem seinen Stand beneiden.

Der Kampf mit dem Drachen

Was rennt das Volk, was wälzt sich dort Die langen Gassen brausend fort? Stürzt Rhodus unter Feuers Flammen? Es rottet sich im Sturm zusammen, Und einen Ritter, hoch zu Roß, Gewahr ich aus dem Menschentroß, Und hinter ihm, welch Abenteuer! Bringt man geschleppt ein Ungeheuer, Ein Drache scheint es von Gestalt, Mit weitem Krokodilesrachen, Und

Amor, ein Kind

Gott Amor wollt ihr Treue lehren? Ihr wollt den Schmetterling bekehren, Der nur auf Wechsel sinnt? Und fängt ihr, mit Amphions Feuer, Erhabne Weisheit in die Leyer, Ihr sänget in den Wind! Wegflatternd wird er euch verlachen – Was könnt ihr mit dem Leichtsinn machen? Er ist ein Kind!