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Sprüche, Gedichte, Zitate

Wunsch und Erfüllung

Kann ich nur dichten! – bleibt mir Freiheit nur Tagtäglich meinen Schritt in die Natur Nach Herzenslust zu richten; Kann ich nur lagern mich auf luft’gen Höhn, Am Leben mich des reichen Tals zu weiden, Mich an belebten Strömen nur ergehn, So werd‘ ich keinem seinen Stand beneiden.

Das Mitleiden

Der fromme Damon dauert mich Von ganzem Herzen; Er härmt sich ab, und kümmert sich Mit Liebesschmerzen. Wie Sommerrosen welkt er hin: Doch weinen kann ich nur um ihn.

Auf ewig! armes Wort im Menschenmunde | Gedicht von Heinrich Seidel

Ich weiss ein Grab, vergessen und allein –Aus alter Zeit ist es zurückgeblieben –Verwittert – moosbedeckt der schwere Stein. Und eine Schrift ist in den Stein getrieben:„Auf ewig ist dies Grab erkauft, und nimmerDarf man es öffnen!“ also stehts geschrieben. Ich fand es jüngst, als ich im AbendschimmerEinherging träumend in der Stille dort,Nachsinnend dem vergänglich

Abseits | Gedicht von Heinrich Seidel

Des Krieges Woge warf ihn aus,Todtwund und fern vom Vaterhaus,Und eh sein Name ward Jemand kund,Verschloss ihm der Tod für ewig den Mund. Auf seiner durchschossenen Brust man fandEine Locke grau mit verblichenem Band,Darauf eine Inschrift zeigte sich:„Mein lieber Sohn, ich bete für dich!“ Ein Jüngling schön mit lockigem Haar –Man legte ihn auf die

Morgengruß an die Geliebte | Gedicht von Gustav Falke

Du bist am schönsten früh nach dem Erwachen.Auf Stirn und Wangen liegt ein rein Geleucht,wie Morgentau auf weißen Lilienbeeten.Die Sorgen, die der fromme Schlaf verscheucht,stehn ferne noch, und zögern nah zu treten.Was mir der Tag vorher an Blüten bot,und was der Traum mir pflückte zwischen Hecken,rauscht rosenrotals Liebesgruß auf deine weißen Decken.Komm, leben wir den

Land und Leute

Land und Leute könnten voller Ruhe sein, Wären nicht zwei kleine Wörter: mein und dein;