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Sprüche, Gedichte, Zitate

Lebensregel (Ferdinand von Saar)

O nie in eitlem Hochmuth sprich es aus, Daß Dieser oder Jener nichts bedeute; Mit deinem letzten Urtheil halte Haus: Denn nicht so leicht ergründest du die Leute.

Daheim

„Daheim!“ – o Wort, wie rührst du Ein Herz, das ungeliebt! Sprichst ihm von jenem Frieden, Den nur die Heimat gibt! Auch mich umklangst du lockend Im wüsten Lebensbraus; Und, das Verheißne suchend, Kehrt‘ ich in’s Vaterhaus.

Klarheit

Oft ist es mir, als säh‘ ich niedergleiten Die Schleier still und leise vor den Dingen; Mein Auge kann das weite All durchdringen Und blickt zurück zum Urquell aller Zeiten.

Einem Brautpaare

„Ich bin das Glück!“ – so trat’st in duft’gem Schleier Du sinnig grüßend jüngst in Freundeshaus – „Ich bin das Glück“ – sprachst du – „und bring‘ zur Feier Dir meiner Freuden reichsten Blütenstrauß!“

Lebensregel

An allen Früchten unbedenklich lecken; vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken; Künftiges mißachten, Früheres nicht bereuen; den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen;