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Am Morgen | Gedicht von Heinrich Seidel

Da ich schlafen ging mit Sorgen,Bin ich frohen Muths erwacht –Rosig blüht der junge MorgenAus dem dunklen Kelch der Nacht. Was mich gestern wollte kränken,Scheint mir heut gering und klein,Da mich lehrte anders denkenMorgenroth und Sonnenschein. Was das Dunkel mir verborgen,Leuchtet jetzt in goldner Pracht –Rosig blüht der junge MorgenAus dem dunklen Kelch der Nacht.

Der goldne Sonnenschein

Das gibt der Erde erst den Glanz Und Weihe der Natur, Macht ihr zum schönsten Feierkleid Die blütenärmste Flur, Macht ihr den Bach zum Perlenband, Zum Schmuck den schlecht’sten Stein – Liegt leuchtend über aller Welt Der goldne Sonnenschein!

Es reden und träumen die Menschen viel von bessern künftigen Tagen; nach einem glücklichen, goldenen Zielsieht man sie rennen und jagen. Die Welt wird alt und wieder jung, doch der Mensch erhofft immer Verbesserung. (Friedrich von Schiller)

Es reden und träumen die Menschen vielvon bessern künftigen Tagen;nach einem glücklichen, goldenen Zielsieht man sie rennen und jagen.Die Welt wird alt und wieder jung,doch der Mensch erhofft immer Verbesserung. Friedrich von Schiller