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    Heimweh nach Rügen


    O Land der dunkeln Haine,
    O Glanz der blauen See,
    O Eiland, das ich meine,
    Wie thut’s nach dir mir weh!
    Nach Fluchten und nach Zügen
    Weit über Land und Meer,
    Mein trautes Ländchen Rügen,
    Wie mahnst du mich so sehr!

    O wie mit goldnen Säumen
    Die Flügel rings umwebt,
    Mit Märchen und mit Träumen
    Erinn’rung zu mir schwebt!
    Sie hebt von grauen Jahren
    Den dunkeln Schleier auf,
    Von Wiegen und von Bahren,
    Und Thränen fallen drauf.

    O Eiland grüner Küsten!
    O bunter Himmelschein!
    Wie schlief an deinen Brüsten
    Der Knabe selig ein!
    Die Wiegenlieder sangen
    Die Wellen auf der See,
    Und Engelharfen klangen
    Hernieder aus der Höh‘.

    Und deine Heldenmäler
    Mit moosgewobnem Kleid,
    Was künden sie, Erzähler
    Aus tapfrer Väter Zeit,
    Von edler Tode Ehren
    Auf flücht’gem Segelroß,
    Von Schwertern und von Speeren
    Und Schildes-Klang und -Stoß?

    So locken deine Minnen
    Mit längst verklungnem Glück
    Den grauen Träumer hinnen
    In alter Lust zurück.
    O heißes Herzenssehnen!
    O goldner Tage Schein
    Von Liebe reich und Thränen!
    Schon liegt mein Grab am Rhein.

    Fern, fern vom Heimatlande
    Liegt Haus und Grab am Rhein.
    Nie werd‘ an deinem Strande
    Ich wieder Pilger sein.
    Drum grüß‘ ich aus der Ferne
    Dich, Eiland lieb und grün:
    Sollst unterm besten Sterne
    Des Himmels ewig blühn!



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