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Sprüche, Gedichte, Zitate

Menschenliebe im Sinne Jesu (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Menschenfreund, nach deinem BildeBilde sich gein ganzer Sinn!Deine Sanftmuth, deine MildeSey mein köstlichster Gewinn!Unwerth wär ich, dich zu kennen,Liebt‘ ich nicht, wie du geliebt,Unwerth, mich nach dir zu nennen,Würd‘ ein Mensch durch mich betrübt. Jesu, wo du liebend nahtest,Folgte Wohlthun deiner Spur;Wo du segnend Gutes thatest,In die Hütte, auf die Flur,Zu dem Lager kranker Brüder,Wo

Am Turme

Ich steh‘ auf hohem Balkone am Turm, umstrichen vom schreienden Stare, und lass‘ gleich einer Mänade den Sturm mir wühlen im flatternden Haare; o wilder Geselle, otoller Fant, ich möchte dich kräftig umschlingen, und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand auf Tod und Leben dann ringen!

Glücklich, wer jung in seinen Tagen

Glücklich, wer jung in seinen Tagen;glücklch, wer, mit der Zeit gestählt,gelernt, des Lebens Ernst zu tragen. Alexander Sergejewitsch Puschkin

Biedere Hausfrauen – Gedicht von Ada Christen

Soll ich es nochmals wiederholen?Ihr habt mich ja so oft gefragt,Und tausend Mal hab‘ ich auf EhreDie volle Wahrheit Euch gesagt. –Ja, ich bewund’re Eure Tugend,Und ich bewund’re Eure Kinder,Bewund’re Eure magern Mägde,Bewund’re Eure fetten Rinder;Bewund’re mehr noch Eure Männer,Bewund’re Eure kluge Stummheit,Bewund’re Eure feine Wäsche –Beneide Euch um Eure Dummheit. Ada Christen

Die Wetterfahne – Gedicht von Achim von Arnim

Viel Fahnen sind verloren,Doch eine ist erkoren,Sie schwebt noch obenaufUnd zeigt der Stürme Lauf. So steht die Wetterfahne,Dass sie uns all‘ ermahneZu steter WachsamkeitIn Leid und auch in Freud‘! Sie drehet sich geschwindeUnd steht doch fest im Winde,Es spielet drin der WindWie ein unartig Kind. Er kommt nicht, wenn wir glauben,Doch steht die Fahn‘ im