Das ist dein Bruder! – Das ist verdolmetscht: Er ist aus eben dem Ofen geschossen, aus dem du geschossen bist – also sei er dir heilig! Friedrich von Schiller
Menschenfreund, nach deinem BildeBilde sich gein ganzer Sinn!Deine Sanftmuth, deine MildeSey mein köstlichster Gewinn!Unwerth wär ich, dich zu kennen,Liebt‘ ich nicht, wie du geliebt,Unwerth, mich nach dir zu nennen,Würd‘ ein Mensch durch mich betrübt. Jesu, wo du liebend nahtest,Folgte Wohlthun deiner Spur;Wo du segnend Gutes thatest,In die Hütte, auf die Flur,Zu dem Lager kranker Brüder,Wo
Du warst im Leben Unterthan und Christ Und mehr als einmal auch ein Erzphilister, Drum trauern, daß du schon gestorben bist, Noch heute alle Unterrichtsminister.
Ich steh‘ auf hohem Balkone am Turm, umstrichen vom schreienden Stare, und lass‘ gleich einer Mänade den Sturm mir wühlen im flatternden Haare; o wilder Geselle, otoller Fant, ich möchte dich kräftig umschlingen, und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand auf Tod und Leben dann ringen!
Soll ich es nochmals wiederholen?Ihr habt mich ja so oft gefragt,Und tausend Mal hab‘ ich auf EhreDie volle Wahrheit Euch gesagt. –Ja, ich bewund’re Eure Tugend,Und ich bewund’re Eure Kinder,Bewund’re Eure magern Mägde,Bewund’re Eure fetten Rinder;Bewund’re mehr noch Eure Männer,Bewund’re Eure kluge Stummheit,Bewund’re Eure feine Wäsche –Beneide Euch um Eure Dummheit. Ada Christen
Viel Fahnen sind verloren,Doch eine ist erkoren,Sie schwebt noch obenaufUnd zeigt der Stürme Lauf. So steht die Wetterfahne,Dass sie uns all‘ ermahneZu steter WachsamkeitIn Leid und auch in Freud‘! Sie drehet sich geschwindeUnd steht doch fest im Winde,Es spielet drin der WindWie ein unartig Kind. Er kommt nicht, wenn wir glauben,Doch steht die Fahn‘ im