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Sprüche, Gedichte, Zitate

So sei auch du!

Zum ew’gen Himmel schau empor und lerne: Er, der in schlichter Bläue niederlacht, So lang‘ es Tag, verhüllt er seine Sterne; Doch herrlich leuchten lässt er sie bei Nacht.

Daheim

„Daheim!“ – o Wort, wie rührst du Ein Herz, das ungeliebt! Sprichst ihm von jenem Frieden, Den nur die Heimat gibt! Auch mich umklangst du lockend Im wüsten Lebensbraus; Und, das Verheißne suchend, Kehrt‘ ich in’s Vaterhaus.

An den Mond

Längst, du freundliches Nachtgestirn, Ist dein Geheimnis verweht. Erkenntnisstolz blickt der Knabe schon Zu dir empor, Denn verfallen bist du, wie alles jetzt, Der Wissenschaft, Die deine Höhen und Tiefen mißt – Und wer weiß, ob du nicht endlich doch noch Erstiegen wirst auf der Münchhausenleiter Der Hypothesen.

Ein indianischer Brauch

Wann ein Indianer freyet, schencket er die erste Nacht Einem Priester, der zum Segen einen guten Anfang macht. Blondus freyet eine Jungfer, ob er gleich nun dort nicht wohnt, Hat sie dennoch ihm ein Pfaffe eingeweihet unbelohnt. Friedrich von Logau

Klarheit

Oft ist es mir, als säh‘ ich niedergleiten Die Schleier still und leise vor den Dingen; Mein Auge kann das weite All durchdringen Und blickt zurück zum Urquell aller Zeiten.

Einem Brautpaare

„Ich bin das Glück!“ – so trat’st in duft’gem Schleier Du sinnig grüßend jüngst in Freundeshaus – „Ich bin das Glück“ – sprachst du – „und bring‘ zur Feier Dir meiner Freuden reichsten Blütenstrauß!“