Wer nicht den tiefen Sinn des Lebens im Herzen sucht, der sucht vergebens. Kein Geist, und sei er noch so reich, kommt einem edlen Herzen gleich.“ Friedrich von Bodenstedt
Ihr Freunde! laßt uns altklug werden Und weiser, als die Weisen, sein; Entsaget aller Lust auf Erden; Entsagt den Schönen und dem Wein! Ihr lacht und spitzt den Mund auf Küsse: Ihr lacht und füllt das Deckelglas; Euch meistern keine strengen Schlüsse; Euch lehrt das Heidelberger Faß. Was lehret das?
Sieh, wie schwebenden Schrittes im Wellenschwung sich die Paare Drehen! Den Boden berührt kaum der geflügelte Fuß. Seh’ ich flüchtige Schatten, befreit von der Schwere des Leibes? Schlingen im Mondlicht dort Elfen den luftigen Reihn? Wie, vom Zephyr gewiegt, der leichte Rauch in die Luft fließt,
Mich traf, ich weiß nicht wie, ein süß Verlangen, Sogleich mit dir zu sterben. Es dünkte mich, wir gingen Im Grün, die Stirn vom Morgenstrahl getroffen, Weit, weit von Menschenspuren.
Der schwarze Mantel will sich dichter falten, die freundlichen Gespräche sind verschollen. Wo allen Wesen tief Gesang entquollen, da muß die stumme Einsamkeit nun walten.