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    In Nacht und Stürmen



    Und dennoch, wenn’s auch tobt und stürmt
    und Dunkel mich umhüllt,
    wenn Woge sich auf Woge türmt
    und fast mein Schifflein füllt:


    Ja, dennoch will ich stille sein,
    nicht zagen in Gefahr,
    will flüchten mich in Gott hinein
    und ruhn da immerdar.

    Gleich wie ein neugebornes Kind
    liegt still im Mutterschoß
    und trotz dem allerstärksten
    Wind ist froh und sorgenlos:

    so will auch ich, mein treuer Hort,
    mich dir fest anvertraun
    und stille auf dein göttlich Wort
    in Nacht und Stürmen baun.

    So wüte nun, du wildes Meer,
    und droh nur, Felsenriff,
    es ist der allgewaltge Herr
    in meinem kleinen Schiff.

    Er ist der Mann, er führt’s hinaus,
    obwohl ich Staub nur bin;
    er bringt mich durch des Meers Gebraus
    zum Friedenshafen hin.

    Drum dennoch, wenn’s auch tobt und stürmt
    und Dunkel mich umhüllt,
    vertrau ich froh, dass Gott mich schirmt
    und Sturm und Wetter stillt.

    Friedrich Traub





    1 Kommentar

    1. jan behrends:

      Ein wunderbares Gedicht.
      Ich bin sehr angetan und es berührt mich sehr.

      Danke und Gruss

      Jan

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