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Sprüche, Gedichte, Zitate

Amor, ein Kind

Gott Amor wollt ihr Treue lehren? Ihr wollt den Schmetterling bekehren, Der nur auf Wechsel sinnt? Und fängt ihr, mit Amphions Feuer, Erhabne Weisheit in die Leyer, Ihr sänget in den Wind! Wegflatternd wird er euch verlachen – Was könnt ihr mit dem Leichtsinn machen? Er ist ein Kind!

Daheim

„Daheim!“ – o Wort, wie rührst du Ein Herz, das ungeliebt! Sprichst ihm von jenem Frieden, Den nur die Heimat gibt! Auch mich umklangst du lockend Im wüsten Lebensbraus; Und, das Verheißne suchend, Kehrt‘ ich in’s Vaterhaus.

An der Grenze

Noch fliegt die Schwalbe ein und aus Und flitzt im Wege auf und ab. Doch aus des Pappelbaumes Flaus Sprang schon ein gelbes Knöpfchen ab.

Brautgesang

Komm heraus, komm heraus, o du schöne, schöne Braut, Deine guten Tage sind nun alle, alle aus. Dein Schleierlein weht so feucht und tränenschwer, Oh, wie weinet die schöne Braut so sehr! Mußt die Mägdlein lassen stehn, Mußt nun zu den Frauen gehn.

Menschenliebe im Sinne Jesu (Gedicht von August Hermann Niemeyer)

Menschenfreund, nach deinem BildeBilde sich gein ganzer Sinn!Deine Sanftmuth, deine MildeSey mein köstlichster Gewinn!Unwerth wär ich, dich zu kennen,Liebt‘ ich nicht, wie du geliebt,Unwerth, mich nach dir zu nennen,Würd‘ ein Mensch durch mich betrübt. Jesu, wo du liebend nahtest,Folgte Wohlthun deiner Spur;Wo du segnend Gutes thatest,In die Hütte, auf die Flur,Zu dem Lager kranker Brüder,Wo