Aus reinster Tiefe muß es stammen Und wie des Himmels Blau so treu, Was eure Seelen fügt zusammen, Dann bleibt’s euch ewig frisch und neu. Aus erster Lieb‘ und erster Wonne Sproßt jede Blüt‘ am Lebensbaum; wie ging die Zeit, wie ging die Sonne Dahin? – Ihr wißt es selber kaum. Otto Roquette
Über dem Schnee in der heiligen NachtFunkelt das Sternengeleite.Fern in Frankreich auf einsamer WachtSchaut der Soldat in die Weite. Weit, so weit ist der Sternenraum,Weit, wie die Lieb‘ ohne Schranken!Heimathlichter am TannenbaumGeh’n ihm durch die Gedanken. Mutteraugen und Jugendlust,Kinderlachen und Singen –Leuchtend geht’s ihm auf in der Brust,Will ihm das Auge bezwingen. Kalt und eisig
Die Liebe ist ein Blüthesegen, Der heilig in der Seele ruht, Ein Röslein nicht, das von den Wegen Man pflückt für seinen Wanderhut. Wenn ihr der Seelen Mai gehütet, Beklagt ihr nicht der Träume Flucht, Die Knospe, der ihr einst erglühtet, Prangt als lebend’ge Lebensfrucht. Otto Roquette