Spruechetante.de

Sprüche, Gedichte, Zitate

Abschied von der Klosterkammer

Leb wohl, du stille klösterliche Kammer, Wo, schwelgend in der Jugend Lust und Jammer, Der Rose gleich in schwüler Mainacht Schoß, Mein Jünglingsherz den Blütenkelch erschloss.

Der Abenteurer

Junge, schnüre meinen Ranzen, Denn ich muss wahrhaftig fort! Alle haben mich im Ganzen Nicht sehr lieb an diesem Ort; Es ist Zeit, sich zu verändern, Gehts nach Norden oder Süd, Umzuschauen in fremden Ländern, Wie wohl dort der Weizen blüht?

Deutsche Biederkeit

Biederherz, der brave Junge, Hört, daß von ’ner bösen Zunge Schlimm sein Freund verläumdet sey, Läuft zu dem in Zornes Drange, Klingelt nicht — das währt zu lange, Schlägt das Fenster ihm entzwei.

Wulfhild und Waldtraut

Die schlanke Bode fließt im Thale Um manchen Berg und Felsenhang, Macht her und hin manch liebe Male Umweg und krummen Wiedergang.

Du hast mich je und je geliebt

In dir, mein Vater, ruht mein Leben, Von Ewigkeit bist du mein Gott; Der Glaube lässt mich nicht erbeben Und macht die Sorge mir zu Spott; Ob jeder andre Trost mir fehle Und mich die tiefste Nacht umgibt, Es tönt das Wort durch meine Seele: Du hast mich je und je geliebt.

Wunsch und Erfüllung

Kann ich nur dichten! – bleibt mir Freiheit nur Tagtäglich meinen Schritt in die Natur Nach Herzenslust zu richten; Kann ich nur lagern mich auf luft’gen Höhn, Am Leben mich des reichen Tals zu weiden, Mich an belebten Strömen nur ergehn, So werd‘ ich keinem seinen Stand beneiden.