Wie können doch in einem Hertzen Die Lieb und Furcht Geferten seyn? Wie kan sich Freude neben Schmertzen Und Lust bey Unlust finden ein? Wie kan sich plagen und vergnügen An einen Ort zusammen fügen?
Legt rote Rosen mir um meine Stirne, im Festgewande will ich von euch gehn, und stoßt die Fenster auf, daß die Gestirne mit heiterm Lächeln auf mein Lager sehn.
Wer ohne Neid, der ist auch ohne Liebe. Wer ohne Reu, der ist auch ohne Treu. Und dem nur wird die Sonne wolkenfrei, der aus dem Dunkel ringt mit heissem Triebe. Gottfried Keller