Spruechetante.de

Sprüche, Gedichte, Zitate

Auf ewig! armes Wort im Menschenmunde | Gedicht von Heinrich Seidel

Ich weiss ein Grab, vergessen und allein –Aus alter Zeit ist es zurückgeblieben –Verwittert – moosbedeckt der schwere Stein. Und eine Schrift ist in den Stein getrieben:„Auf ewig ist dies Grab erkauft, und nimmerDarf man es öffnen!“ also stehts geschrieben. Ich fand es jüngst, als ich im AbendschimmerEinherging träumend in der Stille dort,Nachsinnend dem vergänglich

Abseits | Gedicht von Heinrich Seidel

Des Krieges Woge warf ihn aus,Todtwund und fern vom Vaterhaus,Und eh sein Name ward Jemand kund,Verschloss ihm der Tod für ewig den Mund. Auf seiner durchschossenen Brust man fandEine Locke grau mit verblichenem Band,Darauf eine Inschrift zeigte sich:„Mein lieber Sohn, ich bete für dich!“ Ein Jüngling schön mit lockigem Haar –Man legte ihn auf die

Die letzte Nacht

Wir gingen durch den weißen Sand, Langsam, im letzten Sonnenbrand, Die Wellen kamen sachte, sacht, Und auf den Wellen kam die Nacht.

Am Wege | Gedicht von Heinrich Seidel

Wir wanderten am heissen Maientag.Zur Rechten blitzend lag ein See, und sonstIn weitem Bogen ward das grüne FeldVon sonnbeglänztem Tannenwald umzirkt. –Ein Häuschen dort im hellen Obstbaumgrün,Ein Ackersmann der seine Furchen zog.Und hier und da ein Busch – das war die Landschaft.Wir sprachen mancherlei und achtetenDes Weges wenig.Plötzlich sah ich auf:Sieh da, ein Mädchen an