Ein Wunder, ein Geheimnis ist der Kuß; Denn wie des Morgenlandes Weisen sangen, Die Lippe küßt, wohin das Herz sich neigt; Ehrfurcht die Hände, Sklavendienst das Kleid,
Kennst du sie, die selig, wie die Sterne, Von des Lebens dunkler Woge ferne Wandellos in stiller Schöne lebt, Die des Herzens löwenkühne Siege, Des Gedankens fesselfreie Flüge, Wie der Tag den Adler, überschwebt?
Da steh ich auf dem Hügel, und schau umher, Wie alles auflebt, alles empor sich dehnt, Und Hain und Flur, und Tal, und Hügel Jauchzet im herrlichen Morgenstrahle.
Die Zeiten ändern sich. Und noch viel mehr die Menschen; und nur selten hebt man mit freudigem Lächeln wieder auf, was man mit bittern Tränen fallen ließ. Friedrich Hebbel