Die Rose blühet auf Dornen, Die Nachtigall singet im Leide, Was hoffest du irdische Freude, Wo nirgends das Schöne besteht? Die Blüten verwelkten und starben, Dann klangen die Sicheln zu Garben, Doch manche der lieblichsten Blüten Hat fruchtlos der Winter verweht.
Du, die im Sternenschleier Der Nächte wandeln geht, Wo Traum und Ahnung freier Um fromme Seelen weht, Wo sich von grünen Grüften Die grüne Hoffnung hebt Und in den Himmelslüften Mit Engeln selig schwebt.
O Erde, Land der Träume, O Erde, Land des Trugs, Willst in die hellern Räume Die Flügel meines Flugs Mir dunkeln stets und kürzen? In deines Jammers Staub Mich elend niederstürzen In Jagd nach schlechtem Raub?
Aus Feuer ist der Geist geschaffen, Drum schenkt mir süßes Feuer ein! Die Lust der Lieder und der Waffen, Die Lust der Liebe schenkt mir ein, Der Traube süßes Sonnenblut, Das Wunder glaubt und Wunder thut.
Und die Sonne machte den weiten Ritt Um die Welt, Und die Sternlein sprachen: „Wir reisen mit Um die Welt“; Und die Sonne, sie schalt sie: „Ihr bleibt zu Haus! Den ich brenn euch die goldnen Äuglein aus Bei dem feurigen Ritt um die Welt.“