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Sprüche, Gedichte, Zitate

An die Liebe

Holde Liebe, welchen Jüngling du Dir zum Freund erkoren, Dem wird jeder Augenblick zur Ruh Und zum Glück geboren! Fröhlich sieht sein blühendes Gesicht Jeden Tag entstehen; Fröhlich sieht er ihn im Purpurlicht Wieder untergehen.

Wir denken selten

Wir denken selten bei dem Licht an Finsternis, beim Glück an Elend; bei der Zufriedenheit an Schmerz; aber umgekehrt jederzeit. Immanuel Kant

Beim Nähen | Gedicht von Heinrich Seidel

Du warst bei’m Näh’n nicht auf der HutUnd stachst dein rosig Fingerlein –Da steht ein rundes Tröpfchen BlutAls wie ein rechter Edelstein. So wünsch‘ ich dir, wenn einst dein HerzVon bittren Leiden wird verwundet,Daß sich wie hier aus herbem SchmerzDes Glückes schöne Perle rundet. Heinrich Seidel

Gleich

Der Kaiser, hungert ihn, fühlt wie der Bauer Und geht zu Tisch und speist. Im Regenschauer Wird die Prinzessin naß wie der Lakai, Und kalt macht kalt, es sei auch wen es sei.

Begegnung

Wie schön sie war! Die bräunlich blonden Flechten Bedeckt vom Strohhut mit dem breiten Rand, Ging sie allein. – Doch nein! zu ihrer Rechten Ging Unschuld, wie ein Kind sie leitend an der Hand.