{"id":8774,"date":"2011-03-17T09:17:58","date_gmt":"2011-03-17T07:17:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spruechetante.de\/sprueche-sammlung\/index.php\/wulfhild-und-waldtraut\/"},"modified":"2025-06-17T19:07:24","modified_gmt":"2025-06-17T17:07:24","slug":"wulfhild-und-waldtraut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spruechetante.de\/sprueche-sammlung\/index.php\/wulfhild-und-waldtraut\/","title":{"rendered":"Wulfhild und Waldtraut"},"content":{"rendered":"\n<p>Die schlanke Bode flie\u00dft im Thale<br>\nUm manchen Berg und Felsenhang,<br>\nMacht her und hin manch liebe Male<br>\nUmweg und krummen Wiedergang.<br>\n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><br>\nDoch eh&#8216; von den granitnen Riesen<br>\nDen Durchla\u00df donnernd sie erzwingt,<br>\nIm breitern Grunde Wald und Wiesen<br>\nIhr muntrer Wellentanz umspringt.<br>\nManchmal verzieht sie wohl die Lippe<br>\nUnd schmollt und b\u00e4umt sich launisch auf,<br>\nDa\u00df Schaum umsprudelt Stein und Klippe,<br>\nDie ihr versperrn den flinken Lauf;<br>\nSchnell aber ist sie wieder heiter,<br>\nStrahlt silberhell und blinkt und gl\u00e4nzt,<br>\nVers\u00e4umt sich hier, l\u00e4uft rasch dort weiter<br>\nUnd spielt und l\u00e4chelt, bunt bekr\u00e4nzt.<br>\nDie hellen Wiesen l\u00e4\u00dft sie trinken<br>\nAus der Hand und aus dieser bald,<br>\nUnd bald zur Rechten, bald zur Linken<br>\nSchmiegt sie sich an den dunklen Wald<br>\nUnd lockt ihn, da\u00df er niedersteige,<br>\nZu baden sich in ihrem Thau,<br>\nUnd \u00fcberh\u00e4ngend seine Zweige<br>\nIn ihrem blanken Spiegel schau!<br>\nDa sehn von oben Buch&#8216; und Erle<br>\nUnd Wolken, Sonn&#8216; und Mond hinein,<br>\nUnd unten ziehn Forell&#8216; und Schmerle,<br>\nGlashell liegt Sand und Kieselstein.<br>\nUnd zu dem F\u00e4cheln und dem S\u00e4useln<br>\nIm schattenk\u00fchlen Laube stimmt<br>\nIm klaren Flu\u00df das Wellenkr\u00e4useln,<br>\nMit Rauschen, Pl\u00e4tschern, Murmeln schwimmt,<br>\nWas in den m\u00e4rchenkund&#8217;gen Quellen<br>\nAus schatzgef\u00fcllten Tiefen schied,<br>\nIm Zwiegesang von Wind und Wellen<br>\nErklingt ein tr\u00e4um&#8217;risch Zauberlied.<\/p>\n\n\n\n<p>An lauschig stillem Pl\u00e4tzchen sa\u00dfen<br>\nDes Grafen und des K\u00f6hlers Kind<br>\nIn einer Uferbucht und ma\u00dfen<br>\nUms Haupt sich blumiges Gewind.<br>\nWulfhilde band mit seinem Zwirne<br>\nWaldtraut zum Kranz Vergi\u00dfmeinnicht,<br>\nUnd Waldtraut flocht f\u00fcr Wulfhilds Stirne<br>\nFrischgr\u00fcne Bl\u00e4tter voll und dicht.<br>\nWulfhilde wollte in dem Kranze<br>\nF\u00fcr sich kein blumenbunt Geflecht,<br>\nDas Laubwerk nur mit dunklem Glanze<br>\nDer ernsten Eiche war ihr recht.<br>\nUnd wie sich Blum&#8216; an Blume f\u00fcgte,<br>\nZur R\u00fcndung wuchs der Bl\u00e4tter Schaar,<br>\nSchlang Jede, pr\u00fcfend, ob&#8217;s gen\u00fcgte,<br>\nIhr Kr\u00e4nzlein um der Andern Haar.<br>\nWie \u00e4hnlich war und wie verschieden<br>\nDer beiden holden M\u00e4dchen Art!<br>\nZwiefach gesondert und gemieden,<br>\nZu Einem wiederum gepaart.<br>\nSie glichen sich wie aus dem Meere<br>\nZwei Perlen, fast im Ebenma\u00df,<br>\nUnd wie die duft&#8217;ge Walderdbeere<br>\nDer edlen Gartenananas.<br>\nWulfhildens Wuchs zwar \u00fcberragte<br>\nDer Freundin zartern Gliederbau,<br>\nDie zu ihr aufsah, wenn sie fragte,<br>\nDoch Beider Augen waren blau.<br>\nUm Wulfhilds Sch\u00f6nheit wogte golden<br>\nDer frei gel\u00f6sten Locken Fall,<br>\nUm Waldtrauts Schl\u00e4fen, der Vielholden,<br>\nWand sich lichtbrauner Flechten Schwall.<br>\nDoch \u00e4hnlich wie bei Schwestern zogen<br>\nSich alle Linien weich und rund,<br>\nDer Brauen sanft geschwungne Bogen<br>\nUnd Rosenwangen, Purpurmund.<br>\nIn Wulfhilds ganzem Wesen regte<br>\nSich ihrer Herkunft stolze Kraft,<br>\nJedoch ein Zug von Schwermuth legte<br>\nIhr L\u00e4cheln selbst in milde Haft.<br>\nAus Waldtrauts Augen aber lachte<br>\nSchalkheit und Herzens Lieb&#8216; und Lust,<br>\nUnd was sie sprach, und was sie dachte,<br>\nKam wie aus eines Kindes Brust.<br>\nDie Tage, die die Wunde heilten<br>\nAn Waldtrauts Schulter, machten auch,<br>\nDa\u00df die zwei M\u00e4dchenseelen theilten<br>\nDer innersten Gedanken Hauch.<br>\nWenn Eine, was sie wu\u00dfte, sagte,<br>\nIhr Ohr die Andre willig lieh,<br>\nSo lehrte diese, jene fragte,<br>\nUnd liebend lernten Beide sie.<br>\n\u00c2\u00bbMich soll es wundern,\u00c2\u00ab frug zur Stunde<br>\nWaldtraut, \u00c2\u00bbob du es wirklich wei\u00dft,<br>\nAus welcherlei Betracht und Grunde<br>\nVergi\u00dfmeinnicht dies Bl\u00fcmchen hei\u00dft.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbNun,\u00c2\u00ab sprach Wulfhild, \u00c2\u00bbdas soll bedeuten,<br>\nDa\u00df, wem geschenkt die Blume ist,<br>\nIn Heimlichkeit vor andern Leuten<br>\nDen lieben Geber nicht vergi\u00dft.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbJa wohl! so hei\u00dft es aller Enden,\u00c2\u00ab<br>\nLacht Waldtraut, \u00c2\u00bbdoch es ist nicht wahr,<br>\nEs hat ganz anderes Bewenden,<br>\nGieb Acht! ich mach&#8216; dir&#8217;s offenbar:<br>\nWenn Einem schon die W\u00fcnschelruthe<br>\nAuf einen Schatz im Boden schl\u00e4gt,<br>\nThut&#8217;s Noth, da\u00df er an seinem Hute<br>\nDie seltne blaue Blume tr\u00e4gt;<br>\nDie \u00f6ffnet ihm die dunklen Tiefen,<br>\nEr sackt nun ein, so viel er kann,<br>\nDie Drachen, die beim Horte schliefen,<br>\nSehn zu und hindern nicht den Mann.<br>\nEr legt den Hut ab mit der Blume,<br>\n\u00e2\u20ac\u00baGreif&#8216; einen Griff, streich&#8216; einen Strich!\u00e2\u20ac\u00b9<br>\nT\u00f6nt&#8217;s aus der Tiefe Heiligthume,<br>\nHat er genug, hei\u00dft&#8217;s: \u00e2\u20ac\u00baPacke dich!&#8216;<br>\nEr rafft nun Alles schnell zusammen,<br>\nDenkt jetzt an Hut und Blume nicht<br>\nUnd eilt, verfolgt von rothen Flammen,<br>\nDa ruft&#8217;s ihm nach: \u00e2\u20ac\u00baVergi\u00df mein nicht!\u00e2\u20ac\u00b9<br>\nDas Bl\u00fcmchen ist&#8217;s; lie\u00df&#8216; er&#8217;s im Stiche,<br>\nF\u00e4nd&#8216; er des Weges nicht zur\u00fcck<br>\nUnd seiner Sch\u00e4tze Glanz verbliche,<br>\nDrum an dem Bl\u00fcmchen h\u00e4ngt sein Gl\u00fcck.<br>\nNun l\u00e4\u00dft man dies hier daf\u00fcr gelten,<br>\nWeil&#8217;s blau ist, nennt&#8217;s Vergi\u00dfmeinnicht.<br>\nDie echt&#8216; ist&#8217;s nicht, die bl\u00fcht gar selten,<br>\nUnd wer sie findet, sagt es nicht.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbGiebt es denn Sch\u00e4tze? fragt bed\u00e4chtig<br>\nWulfhild, \u00c2\u00bbsind in der Tiefe Scho\u00df<br>\nNicht b\u00f6se Geister \u00fcberm\u00e4chtig,<br>\nFeindlich gesinnt dem Menschenloos?\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbGewi\u00df! und wehe, wem als Meister<br>\nEin Unhold je den Sinn beth\u00f6rt!<br>\nDoch giebt&#8217;s im Wald auch gute Geister,<br>\nHast nie von Moosfr\u00e4ulein geh\u00f6rt?<br>\nHolzschl\u00e4ger, die drei Kreuze schneiden<br>\nIn umgest\u00fcrzten Baum, da\u00df dann<br>\nSich vor den wilden Nachtgejaiden<br>\nMoosweibchen darauf fl\u00fcchten kann,<br>\nBeschenken sie in allen Ehren<br>\nMit gr\u00fcnen Zweigen, dicht belaubt,<br>\nDie sich in eitel Gold verkehren,<br>\nDie Buschgro\u00dfmutter hei\u00dft ihr Haupt.<br>\nUnd zieht der gro\u00dfe Schimmelreiter,<br>\nDer Wode und sein w\u00fcthend Heer,<br>\nSo geht als Menschenfreund und Leiter<br>\nDer treue Eckart vor ihm her<br>\nUnd warnet vor dem Halsumdrehen,<br>\nVor Hexenspuk und Zauberbann<br>\nUnd Allem, was das Kreuz nicht sehen<br>\nUnd Hahnenkraht nicht h\u00f6ren kann.<br>\nBeim Trinken geht in ihrem Kreise<br>\nAls Becher um ein Pferdehuf,<br>\nH\u00e4lt einen Fu\u00df im Wagengleise<br>\nDer Wandrer, thut ihm nichts ihr Ruf.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbSprich nicht so laut davon, mir grauet,\u00c2\u00ab<br>\nMahnt Wulfhild, \u00c2\u00bbdenk&#8216; ich Jener nur,<br>\nSag&#8216;, hast du jemals sie geschauet?<br>\nFandst du im Wald schon ihre Spur?\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbIch nicht, doch vieles Wundervolle<br>\nErz\u00e4hlte mir Gro\u00dfm\u00fctterlein<br>\nVon Wod und seinem Weib, Frau Holle,<br>\nOft zieht sie mit ihm, oft allein.<br>\nEinst war ihr goldner Pflug zerbrochen,<br>\nDa kamen klagend aus dem Tann<br>\nDie guten Heimchen vorgekrochen<br>\nUnd holten ihr den Zimmermann.<br>\nSie hei\u00dft die Eiserne, die Wilde,<br>\nUnd sch\u00fcttelt sie ihr Bett, o weh!<br>\nDann schneit&#8217;s auf Berge und Gefilde,<br>\nDrum hei\u00dft sie auch Jungfrau im Schnee.<br>\nSie lohnt und straft die Spinnerinnen<br>\nUnd spricht: Wie&#8217;s Haar, so auch das Jahr!<br>\nDoch Niemand darf zur Rauchnacht spinnen,<br>\nWer&#8217;s thut, begiebt sich in Gefahr.<br>\nAls mein jung Schwesterlein verschieden<br>\nUnd Mutter weinte Tag und Nacht,<br>\nHat sie allein zu Ruh und Frieden<br>\nGro\u00dfmutter endlich doch gebracht.<br>\nDie sagt&#8216; ihr, eine Mutter habe<br>\nSich einst zu tr\u00f6sten nicht vermeint,<br>\nAuf ihres lieben Kindes Grabe<br>\nDie langen N\u00e4chte durch geweint.<br>\nDa zieht ganz nahe ihr zur Seite<br>\nVorbei im Mondschein hell und klar<br>\nFrau Holle und hat im Geleite<br>\nVon Kindern eine gro\u00dfe Schaar.<br>\nUnd hinten, ganz zuletzt im Zuge<br>\nEin Kindlein wankt mit m\u00fcdem Schritt,<br>\nSchleppt sich mit gro\u00dfem, schweren Kruge<br>\nUnd \u00e4chzt und st\u00f6hnt und kann nicht mit.<br>\nDer Weinenden das Auge flimmert, \u00e2\u20ac\u201c<br>\nEs ist ihr Kind! das l\u00e4\u00dft den Schwarm,<br>\nWirft sich an ihre Brust und wimmert:<br>\n\u00c2\u00bbAch! wie so warm ist Mutterarm!\u00c2\u00ab<br>\nDann aber fleht&#8217;s mit leisem Stammeln:<br>\n\u00c2\u00bbNicht weinen mehr! sei froh wie einst,<br>\nIch mu\u00df ja all die Tr\u00e4nen sammeln<br>\nIn meinem Kruge, die du weinst,<br>\nSieh doch! ich kann ihn kaum noch heben,<br>\nVoll ist er, da\u00df er \u00fcberflie\u00dft,<br>\nUnd ach! so schwer, da\u00df er im Schweben<br>\nMein ganzes Hemdchen mir begie\u00dft!\u00c2\u00ab<br>\nDa nahm Urlaub von ihrem Leide<br>\nDie Mutter \u00e2\u20ac\u201c und die meine auch.\u00c2\u00ab<br>\nWulfhild und Waldtraut schwiegen beide,<br>\nBis da\u00df ein V\u00f6glein sang im Strauch.<br>\nSchnell \u00fcber Waldtrauts Antlitz wieder<br>\nFlog&#8217;s wie ein goldner Sonnenstrahl,<br>\nUnd zwitschernd wie des Vogels Lieder<br>\nFr\u00e4gt sie: \u00c2\u00bbKennst ihn? kennst den nicht mal!?<br>\nMein Liebling ist&#8217;s, Rothkehlchens Reigen!\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbDein Liebling!\u00c2\u00ab lacht Wulfhild, \u00c2\u00bbjetzt bald<br>\nSag&#8216; mir, wie viel auf allen Zweigen<br>\nHast du der Liebsten wohl im Wald?<br>\nDenn deinen Liebling nennst du Jeden,<br>\nDen du grad siehst, und h\u00f6rst ihm zu,<br>\nM\u00f6cht&#8217;st wohl mit Jedem heimlich reden,<br>\nDu Schelm! mein Liebling selber du!\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbO h\u00f6re doch die s\u00fc\u00dfe Stimme!<br>\nDie hat mir&#8217;s nun mal angethan,<br>\nDer Waidmann mag es nicht, der Grimme,<br>\nDenn es warnt Kibitz und Fasan;<br>\nEs sch\u00fctzt das Haus vor Blitz und Wetter,<br>\nBei\u00dft sich herum mit Fink und Spatz,<br>\nDa sitzt es! sieh! hier durch die Bl\u00e4tter,<br>\nSieh doch den kleinen rothen Latz!<br>\nLiegt Einer drin im Wald erschlagen,<br>\nRothkehlchen schafft ihm Grabesruh,<br>\nMit Blumen, die es bringt getragen,<br>\nDeckt es des Todten Antlitz zu.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbO M\u00e4rchenweisheit ohne Ende!<br>\nDir schwatzen&#8217;s wohl die V\u00f6gel vor<br>\nAm Zaubertag der Sonnenwende,<br>\nUnd Blumen fl\u00fcstern dir&#8217;s ins Ohr?\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbKann sein!\u00c2\u00ab lacht Waldtraut, \u00c2\u00bbKraft und Namen<br>\nWei\u00df ich der ganzen Kr\u00e4uterei,<br>\nGeht Einer in den gr\u00fcnen Samen<br>\nZu horchen, h\u00f6rt er Mancherlei.<br>\nUnd denkst du denn, die Blumen alle<br>\nSind stumm? O jedes Bl\u00e4ttchen spricht<br>\nMit tief geheimem Laut und Schalle,<br>\nWir Menschen h\u00f6ren es nur nicht,<br>\nDein Ohr ist taub nur ihrem Singen,<br>\nUnd damit ist uns Recht geschehn,<br>\nMan k\u00f6nnt&#8216; ja sonst vor all dem Klingen<br>\nSein eigen Wort nicht mehr verstehn.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbJetzt halte still dein Sonntagsk\u00f6pfchen,\u00c2\u00ab<br>\nSpricht Wulfhild, \u00c2\u00bbfertig ist dein Kranz,<br>\nSo! ei wie h\u00fcbsch! manch braunes Z\u00f6pfchcn<br>\nLugt vor, siehst aus, als ging&#8217;s zum Tanz.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbAuch der!\u00c2\u00ab sagt Waldtraut, \u00c2\u00bbund nun b\u00fccke<br>\nEin wenig dich zu mir herab,<br>\nDa\u00df ich dir in die Locken dr\u00fccke,<br>\nWas ich f\u00fcr dich gewunden hab&#8216;,\u00c2\u00ab<br>\nIn Waldtrauts Haar das sternenlichte,<br>\nDas leichte, zarte Blumenband<br>\nStand ihrem lieblichen Gesichte<br>\nWie ein Geschenk aus Feeenhand.<br>\nDoch Wulfhilds stolzes Haupt versch\u00f6nte<br>\nDes vollen Kranzes Eichengr\u00fcn<br>\nUnd lie\u00df die jungfr\u00e4ulich Gekr\u00f6nte<br>\nWie eine holde F\u00fcrstin bl\u00fchn.<br>\nMit Freuden h\u00e4lt und halb mit Zagen<br>\nWaldtraut auf sie den Blick gepr\u00e4gt<br>\nUnd spricht gedankenvoll: \u00c2\u00bbSie sagen,<br>\nWer gr\u00fcne Eichenbl\u00e4tter tr\u00e4gt,<br>\nDer liebt mit steter, fester Treue,<br>\nNichts ist, was seinen Willen bricht,<br>\nOb Leid ihn dr\u00fccke, Gl\u00fcck ihn freue,<br>\nEr r\u00fchmt sich seiner Liebe nicht.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbGl\u00fcck?\u00c2\u00ab seufzt Wulfhild und sch\u00fcttelt leise<br>\nUnd l\u00e4chelt tr\u00fcbe vor sich hin,<br>\n\u00c2\u00bbSo hoch ich meine Liebe preise,<br>\nSo tief auch liegt mir Leid im Sinn.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbDu zweifelst noch in stummen Klagen?<br>\nWer bangt und seinem Gl\u00fcck nicht traut,<br>\nSoll Espen und Wachholder tragen<br>\nUnd r\u00f6thlich bl\u00fchend Heidekraut,<br>\nDas deutet frohe Augenweide,<br>\nGemischt mit bittern Schmerzen oft,<br>\nUnd mahnt, da\u00df Einer sich entscheide,<br>\nUnd zeigt, da\u00df Eine auf ihn hofft.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbIch hoffe nicht und will nicht mahnen,<br>\nMich schmerzt, was meine Augen sehn,<br>\nWer mich nicht liebt, soll auch nicht ahnen,<br>\nWie meine stillen W\u00fcnsche gehn.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbSo trag&#8216;, als fordertest zum Streite<br>\nDu Einen, blauen Rittersporn<br>\nUnd weis&#8216; ihn von dir in die Weite<br>\nMit einem spitzen Rosendorn.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbLa\u00df sein, lieb Kind, nichts mehr von Schmerzen!<br>\nZeig&#8216; mir ein fr\u00f6hliches Gesicht<br>\nUnd sage mir so recht von Herzen,<br>\nWer tr\u00e4gt denn wohl Vergi\u00dfmeinnicht?\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbVergi\u00dfmeinnicht, wem das empfohlen,<br>\nDer mag sich Trostes Wohl versehn,<br>\nDer liebt und wird geliebt verstohlen,<br>\nDoch darf er&#8217;s noch nicht eingestehn.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbMir aber hast du&#8217;s doch gestanden,<br>\nWas mir nicht lang verborgen blieb,<br>\nWie sich zwei junge Herzen fanden<br>\nIm Wald, \u00e2\u20ac\u201c du hast den J\u00e4ger lieb;<br>\nWie werden roth nun deine Wangen,<br>\nDu liebes, braunes Reh, schau&#8216; an!\u00c2\u00ab<br>\nUnd Waldtraut l\u00e4chelte befangen<br>\nUnd sang ein schelmisch Liedchen dann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich ging im Wald<br>\nDurch Kraut und Gras<br>\nUnd dachte dies<br>\nUnd dachte das,<br>\nDa h\u00f6rt&#8216; ich es kommen und gehn, \u00e2\u20ac\u201c<br>\nHusch! husch!<br>\nHintern Busch!<br>\nDa hat mich ein J\u00e4ger gesehn.<\/p>\n\n\n\n<p>Hab&#8216; mich geduckt,<br>\nDurchs Laub gesp\u00e4ht<br>\nUnd wollte fort,<br>\nDa war&#8217;s zu sp\u00e4t,<br>\nSein H\u00fcndlein kam sp\u00fcrend getrappt<br>\nHusch! husch!<br>\nHmter&#8217;m Busch,<br>\nDa hat mich der J\u00e4ger ertappt.<\/p>\n\n\n\n<p>Er frug, warum<br>\nIch mich versteckt,<br>\nOb er mir Furcht<br>\nUnd Angst erweckt,<br>\nIch sagte: O da\u00df ich nicht w\u00fc\u00dft&#8216;!<br>\nHusch! husch!<br>\nHinter&#8217;m Busch \u00e2\u20ac\u201c<br>\nHusch! hat mich ein J\u00e4ger gek\u00fc\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wulfhild hat ihren Arm geschlungen<br>\nUm Waldtrauts Nacken, dr\u00fcckt ans Herz<br>\nDie Freundin, wie das Lied verklungen,<br>\nDoch pl\u00f6tzlich schreit sie auf in Schmerz,<br>\nUnd Waldtraut, selber schreckergriffen,<br>\nFr\u00e4gt schnell: \u00c2\u00bbWas ist dir? was geschah?\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbEin garstig Thier hat mich gekniffen<br>\nMit seinen Zangen, da! sieh da!\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbHirschk\u00e4fer, o!\u00c2\u00ab schilt Waldtraut zornig<br>\nUnd nimmt ihn von der Schulter sich,<br>\n\u00c2\u00bbMit dem Geweih, gezackt und dornig,<br>\nWas unterstehst du, Brauner, dich!?<br>\nEr denkt, du wolltest mich beleid&#8217;gen,<br>\nBr\u00e4cht&#8217;st mich in deinen Armen um,<br>\nWulfhild, drum wollt&#8216; er mich vertheid&#8217;gen, \u00e2\u20ac\u201c<br>\nHornschr\u00f6ter, sei doch nicht so dumm!\u00c2\u00ab<br>\nSie h\u00e4lt Wulfhildens Hand umfangen<br>\nUnd spricht: \u00c2\u00bbMan sagt ihm B\u00f6ses nach,<br>\nEr tr\u00fcge mit den gro\u00dfen Zangen<br>\nUns gl\u00fch&#8217;nde Kohlen auf das Dach;<br>\nDas ist nicht wahr, ich kenn&#8216; ihn besser,<br>\nWir K\u00f6hler wissen, was er thut,<br>\nUnschuldig ist er, doch ein Fresser,<br>\nDer in der Eichenlohe ruht.<br>\nFleuch&#8216;, Gro\u00dfer, fleuch&#8216; auf gutem Winde<br>\nZur Eiche, die beim Fuchsfang steht,<br>\nHat einen Spalt in kranker Rinde,<br>\nDraus saftig Harz hernieder geht.\u00c2\u00ab<br>\nDes Schr\u00f6ters F\u00fchler hoch sich recken,<br>\nAls spitzt&#8216; er lauschend so das Ohr,<br>\nDann hebt er seine Fl\u00fcgeldecken,<br>\nUnd brummend schwingt er sich empor. \u00e2\u20ac\u201c<br>\nDie von dem Kranze \u00fcbrig blieben,<br>\nDie Blumen nahm Waldtraut und schlang<br>\nMit frischen, jungen Eichentrieben<br>\nZu einem Str\u00e4u\u00dfchen sie und sang:<\/p>\n\n\n\n<p>Blaubl\u00fcmlein spiegelten sich im Bach<br>\nUnd riefen den eilenden Wellen nach:<br>\nVergi\u00dfmeinnicht!<br>\nDie lachten: Wir m\u00fcssen zum Meere hin,<br>\nUnd aus den Augen ist aus dem Sinn,<br>\nVergi\u00dfmeinnicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Blau\u00e4uglein hatte ein M\u00e4gdelein,<br>\nDie strahlten dem Knaben ins Herz hinein:<br>\nVergi\u00dfmeinnicht!<br>\nDer Knabe zog in die Welt hinaus,<br>\nDa bl\u00fchte und welkte manch Blumenstrau\u00df.<br>\nVergi\u00dfmeinnicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Und als er allein auf unendlicher See,<br>\nDa gr\u00fc\u00dften ihn Sterne, da fa\u00dft&#8216; ihn ein Weh,<br>\nVergi\u00dfmeinnicht!<br>\nAus rauschenden Wogen sangen herauf<br>\nDie Tropfen im Meere aus B\u00e4chleins Lauf:<br>\nVergi\u00dfmeinnicht!<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbVergessen! ja, wer&#8217;s kann im Leben,\u00c2\u00ab<br>\nSprach Wulfhild halb zu sich, \u00c2\u00bbder mag<br>\nSich seiner Sorgen wohl begeben,<br>\nDoch wer vor Augen jeden Tag<br>\nEin Gl\u00fcck, so nah, so gern besessen<br>\nUnd dennoch ewig unerreicht,<br>\nAch, Kind! der lernt wohl nicht vergessen,<br>\nWenn auch die letzte Hoffnung weicht.<br>\nIch sollte schweigen und mu\u00df reden,<br>\nWas mir aus vollem Herzen bricht,<br>\nEs hei\u00dft, die Zeit vertr\u00f6ste Jeden,<br>\nMir sagt das Leid: vergi\u00df mein nicht!<br>\nWei\u00df auch ein Lied, \u00e2\u20ac\u201c soll ich&#8217;s dir singen?<br>\nVon einem Herzen ohne Ruh,<br>\nDir wird es fremd und th\u00f6richt klingen,<br>\nUnd doch hat&#8217;s Wahrheit, \u00e2\u20ac\u201c h\u00f6re zu!\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Leer ist der Tag, er geht zu Ende,<br>\nFort, hei\u00dfes, unbarmherziges Licht!<br>\nKomm, s\u00fc\u00dfe Tr\u00f6sterin Nacht und sende<br>\nHerauf mir mein liebes Traumgesicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann seh&#8216; ich ihn wieder mit Entz\u00fccken,<br>\nDen Stern meines Lebens, der mir verblich,<br>\nUnd ich darf an die sehnende Brust ihn dr\u00fccken,<br>\nUnd es tr\u00e4umet mein Herz, er liebte mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Hand so warm, seine Lippen so wonnig,<br>\nUnd er spricht es zu mir, das ber\u00fcckende Wort,<br>\nSeine Stirn so klar, sein Auge so sonnig,<br>\nDurch alle Himmel tr\u00e4gt er mich fort. \u00e2\u20ac\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Alles nicht wahr, getr\u00e4umt und gelogen!<br>\nUnd vom d\u00e4mmernden Morgen der k\u00fchle Bescheid:<br>\nTodt Liebe und Hoffnung, verschm\u00e4ht und betrogen,<br>\nLebendig nur Schmerz und unendliches Leid.<br>\nNicht lieben zu d\u00fcrfen, nicht hassen zu k\u00f6nnen,<br>\nO grausame Qualen, wer hat euch erdacht?<br>\nUnd wollen die Tage das Gl\u00fcck mir nicht g\u00f6nnen,<br>\nSo bel\u00fcge denn du mich, sinkende Nacht!<\/p>\n\n\n\n<p>Waldtraut, als h\u00e4tt&#8216; sie kaum verstanden<br>\nUnd ahnte doch der Freundin Schmerz,<br>\nSa\u00df schweigend, ihre Augen fanden<br>\nDen Weg in Wulfhilds trauernd Herz.<br>\nAn Wulfhilds Wimpern aber gl\u00e4nzten<br>\nDer kummerschweren Thr\u00e4nen zwei,<br>\nDas stand der Eichengr\u00fcnbekr\u00e4nzten<br>\nWie Schnee dem bl\u00fcthenreichen Mai;<br>\nDoch rang sie die Bewegung nieder<br>\nUnd reichte Waldtraut ihre Hand<br>\nUnd l\u00e4chelte und sprach dann wieder,<br>\nZur liebsten Freundin hingewandt:<br>\n\u00c2\u00bbO la\u00df mein Schmerz dich nicht beth\u00f6ren,<br>\nDu bist ja gl\u00fccklich, kennst kein Leid,<br>\nLa\u00df noch ein frohes Lied mich h\u00f6ren!\u00c2\u00ab<br>\nUnd wieder sang die holde Maid.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Blumen m\u00f6cht&#8216; ich binden,<br>\nAlle dir in einen Strau\u00df<br>\nUnd mit Kr\u00e4nzen dich umwinden,<br>\nDa\u00df du lachend s\u00e4h&#8217;st heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle V\u00f6gel m\u00f6cht&#8216; ich fangen,<br>\nAlle dir nach meinem Sinn,<br>\nWenn sie in den Zweigen sangen,<br>\nWies ich stets zu dir sie hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Sch\u00e4tze m\u00f6cht&#8216; ich heben,<br>\nAlle aus der Tiefe Scho\u00df,<br>\nDa\u00df ich dir sie k\u00f6nnte geben<br>\nUnd du w\u00fcrdest reich und gro\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach! was kann ich, und was hab&#8216; ich!<br>\nBin ich doch so arm wie du,<br>\nWas ich hatte, ach! das gab ich,<br>\nUnd mich selbst, mich selbst dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Grase thaut&#8217;s, die Blumen tr\u00e4umen<br>\nVon ihrem bunten Honigdieb,<br>\nUnd oben fl\u00fcstert&#8217;s in den B\u00e4umen:<br>\nSchl\u00e4fst du? schl\u00e4fst du, mein trautes Lieb?<br>\nDer Mond scheint durch den gr\u00fcnen Wald.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Aestlein wankt mit leisem Wiegen,<br>\nIn dunkler Bl\u00e4tterheimlichkeit<br>\nRegt sich ein Kosen, Schweben, Schmiegen:<br>\nDir treu, dir treu in Ewigkeit!<br>\nDer Mond scheint durch den gr\u00fcnen Wald.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wird es still in Luft und Zweigen,<br>\nEin wonnig Athmen hebt die Brust,<br>\nDich k\u00fc\u00dft die Nacht mit s\u00fc\u00dfem Schweigen,<br>\nRuh&#8216; aus, ruh&#8216; aus von Lieb&#8216; und Lust,<br>\nDer Mond scheint durch den gr\u00fcnen Wald.<\/p>\n\n\n\n<p>Es schl\u00fcpfte durch Geb\u00fcsch und Ranken<br>\nEin frischer, k\u00fchler Wisperhauch,<br>\nEin Schauern, Zittern dann und Schwanken<br>\nBegann in jedem Baum und Strauch.<br>\nVon ungef\u00e4hr heran geflogen<br>\nDurchs Laub ein m\u00e4chtig Rauschen brach,<br>\nUnd als vor\u00fcber das gezogen,<br>\nFolgt&#8216; ihm ein langes Fl\u00fcstern nach.<br>\nEs war des Abendwindes Wehen,<br>\nDer \u00fcber Blatt und Bl\u00fcthe strich,<br>\nAls ob im Wald er auf den Zehen<br>\nSich heimlich durch die D\u00e4mm&#8217;rung schlich.<br>\nDie M\u00e4dchen brachen auf und trafen,<br>\nVom Birschgang kommend mit dem Stahl<br>\nUnd ihrer Beute froh, den Grafen<br>\nUnd Albrecht nah der Burg im Thal.<br>\nBruno trug mit verbrochnem Laube<br>\nDes Grafen Rehbock nach dem Schlo\u00df,<br>\nUnd Ludolf hinter sich im Staube<br>\nSchleift&#8216; einen Wolf, den Albrecht scho\u00df.<br>\nSo wie das Herz Jedwedem pochte,<br>\nWar auch der Gru\u00df, den Jeder bot,<br>\nUnd wer am liebsten schweigen mochte,<br>\nDer schwieg, war reden ihm nicht noth.<br>\nWaldtraut verrieth mit warmen Blicken<br>\nDem jungen J\u00e4ger ihr Gef\u00fchl,<br>\nWulfhild erwiederte mit Nicken<br>\nDen Gru\u00df des Vetters stumm und k\u00fchl.<br>\nDer Graf sah sinnend, l\u00e4chelnd Beiden<br>\nTief in die Augen, stand und stand,<br>\nAls k\u00f6nnt&#8216; er von dem Bild nicht scheiden,<br>\nDas er hier doppelt vor sich fand.<br>\nDer Junker sprach: \u00c2\u00bbSchau! liebe Muhme,<br>\nWie sch\u00f6n steht dir das Eichengr\u00fcn!<br>\nDoch warum keine einz&#8217;ge Blume<br>\nL\u00e4\u00dft du in deinem Kranze bl\u00fchn?\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbWir theilten,\u00c2\u00ab sprach mit leisem Beben<br>\nWulfhild, \u00c2\u00bbdie sommerliche Zier,<br>\nUm Waldtraut lichte Bl\u00fcthen schweben,<br>\nDer Eiche z\u00e4hes Blatt ward mir.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbUnd wenn ich beide Euch vergleiche,<br>\nFind&#8216; ich die Wahl nach Fug und Pflicht,<br>\nSo sch\u00fctze denn, du starke Eiche,<br>\nDas liebliche Vergi\u00dfmeinnicht!\u00c2\u00ab<br>\nSprach mild der Ritter, als bewegte<br>\nSchon l\u00e4ngst entschwundne Seligkeit<br>\nDen hartgew\u00f6hnten Mann und regte<br>\nSich ihm ein l\u00e4ngst bezwungnes Leid.<br>\n\u00c2\u00bbDu Waldtraut,\u00c2\u00ab sprach er freundlich weiter,<br>\n\u00c2\u00bbDu bittest nie, sagst niemals: gieb!<br>\nSag&#8217;s heute! bin so froh und heiter,<br>\nIch thu&#8216; dir, was ich kann, zu lieb!\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbDank Euch, Herr Graf! so bitt&#8216; ich heute,<br>\nDa\u00df Ihr den gro\u00dfen Eber schlagt,<br>\nDer Saat und Frucht der armen Leute<br>\nVerw\u00fcstet, wie sie mir geklagt.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbUnd weiter wei\u00dft du nichts zu sagen?<br>\nEi, Kind, bei meiner Waidmannsehr!<br>\nSollst bald an deinem Halse tragen<br>\nDes groben Keilers scharf Gewehr,\u00c2\u00ab<br>\nLacht&#8216; Hackelberend, \u00c2\u00bbmorgen gehen<br>\nZu Holz wir, wo er stecken mag.\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbUnd wir, Gro\u00dfm\u00fctterlein zu sehen,<br>\nUnd bleiben dort den ganzen Tag,\u00c2\u00ab<br>\nSagt Wulfhild; mit beredtem Schweigen<br>\nDankt Waldtraut, blickt den J\u00e4ger an,<br>\nUnd Alle wenden sich und steigen<br>\nNun wohlgemuth zur Burg hinan.<br>\nSchw\u00fcl ist die Luft, nicht Mond, nicht Sterne<br>\nStreu&#8217;n ihr verhei\u00dfungsvolles Licht,<br>\nAus dunklen Wolken in der Ferne<br>\nUnheimlich Wetterleuchten bricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Julius Wolff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die schlanke Bode flie\u00dft im Thale Um manchen Berg und Felsenhang, Macht her und hin manch liebe Male Umweg und krummen Wiedergang.<\/p>\n","protected":false},"author":85,"featured_media":53022,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_sitemap_exclude":false,"_sitemap_priority":"","_sitemap_frequency":"","footnotes":""},"categories":[566],"tags":[1216,1955,1501,691,1497,542,1979,1363,2019,1957,1197,1060,2052,153,790,932,822,1155,1861,1011,1015,1455,2022,698,944,1014,898,1141,2120,95,1572,267,1903,1148,1993,757,1839,2895,1876,2049,1626,1830,1913,93,978,914,1130,2029,1992,1105,1537,1080,1898,1115,690,770,963,66,611,692,1103,1583,1994,1853,788,281,363,1171,936,1308,1816,1388,730,1469,1465,1090,2028,1164,1912,1996,1909,784,1411,614,129,951,962,979,795,971,1217,1460,478,1908],"class_list":["post-8774","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neue-gedichte","tag-angst","tag-augen","tag-baeume","tag-betrogen","tag-blumenstrauss","tag-ehe","tag-ehre","tag-eis","tag-ende","tag-erde","tag-erfolg","tag-esel","tag-ewigkeit","tag-frau","tag-freude","tag-freundin","tag-frieden","tag-gedanken","tag-gefahr","tag-geist","tag-geister","tag-glueck","tag-gluecklich","tag-hass","tag-herz","tag-hexen","tag-himmel","tag-hoffnung","tag-jaeger","tag-juli","tag-julius-wolff","tag-kinder","tag-kraft","tag-kummer","tag-laecheln","tag-lachen","tag-leben","tag-liebe","tag-lieben","tag-luft","tag-luege","tag-macht","tag-maedchen","tag-mai","tag-meer","tag-menschen","tag-mond","tag-muede","tag-mund","tag-mut","tag-mutter","tag-neid","tag-not","tag-pferde","tag-rache","tag-recht","tag-reise","tag-rose","tag-rosen","tag-schmerz","tag-schnee","tag-schoenheit","tag-schweigen","tag-schwester","tag-seele","tag-sommer","tag-sonne","tag-sorgen","tag-sterne","tag-stille","tag-stolz","tag-streit","tag-tod","tag-traenen","tag-traeume","tag-treue","tag-trost","tag-urlaub","tag-vergessen","tag-verstand","tag-voegel","tag-wahrheit","tag-wald","tag-wein","tag-weisheit","tag-welt","tag-wetter","tag-wind","tag-wissen","tag-wolken","tag-wunder","tag-wuensche","tag-zeit","tag-zweifel"],"aioseo_notices":[],"aioseo_head":"\n\t\t<!-- All in One SEO 4.9.10 - aioseo.com -->\n\t<meta name=\"description\" content=\"Die schlanke Bode flie\u00dft im Thale Um manchen Berg und Felsenhang, Macht her und hin manch liebe Male Umweg und krummen Wiedergang. 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