{"id":6708,"date":"2010-10-01T07:44:56","date_gmt":"2010-10-01T05:44:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spruechetante.de\/sprueche-sammlung\/index.php\/der-kampf-mit-dem-drachen\/"},"modified":"2025-06-18T17:39:40","modified_gmt":"2025-06-18T15:39:40","slug":"der-kampf-mit-dem-drachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spruechetante.de\/sprueche-sammlung\/index.php\/der-kampf-mit-dem-drachen\/","title":{"rendered":"Der Kampf mit dem Drachen"},"content":{"rendered":"\n<p>Was rennt das Volk, was w\u00e4lzt sich dort<br>\nDie langen Gassen brausend fort?<br>\nSt\u00fcrzt Rhodus unter Feuers Flammen?<br>\nEs rottet sich im Sturm zusammen,<br>\nUnd einen Ritter, hoch zu Ro\u00df,<br>\nGewahr ich aus dem Menschentro\u00df,<br>\nUnd hinter ihm, welch Abenteuer!<br>\nBringt man geschleppt ein Ungeheuer,<br>\nEin Drache scheint es von Gestalt,<br>\nMit weitem Krokodilesrachen,<br>\nUnd alles blickt verwundert bald<br>\nDen Ritter an und bald den Drachen.<br>\n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><br>\nUnd tausend Stimmen werden laut:<br>\n\u00c2\u00bbDas ist der Lindwurm, kommt und schaut!<br>\nDer Hirt und Herden uns verschlungen,<br>\nDas ist der Held, der ihn bezwungen!<br>\nViel andre zogen vor ihm aus,<br>\nZu wagen den gewaltgen Strau\u00df,<br>\nDoch keinen sah man wiederkehren,<br>\nDen k\u00fchnen Ritter soll man ehren!\u00c2\u00ab<br>\nUnd nach dem Kloster geht der Zug,<br>\nWo Sankt Johanns des T\u00e4ufers Orden,<br>\nDie Ritter des Spitals, im Flug<br>\nZu Rate sind versammelt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vor den edeln Meister tritt<br>\nDer J\u00fcngling mit bescheidnem Schritt,<br>\nNachdr\u00e4ngt das Volk, mit wildem Rufen,<br>\nErf\u00fcllend des Gel\u00e4ndes Stufen.<br>\nUnd jener nimmt das Wort und spricht:<br>\n\u00c2\u00bbIch hab erf\u00fcllt die Ritterpflicht,<br>\nDer Drache, der das Land ver\u00f6det,<br>\nEr liegt von meiner Hand get\u00f6tet,<\/p>\n\n\n\n<p>Frei ist dem Wanderer der Weg,<br>\nDer Hirte treibe ins Gefilde,<br>\nFroh Walle auf dem Felsensteg<br>\nDer Pilger zu dem Gnadenbilde.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Doch strenge blickt der F\u00fcrst ihn an<br>\nUnd spricht: \u00c2\u00bbDu hast als Held getan,<br>\nDer Mut ists, der den Ritter ehret,<br>\nDu hast den k\u00fchnen Geist bew\u00e4hret.<br>\nDoch sprich! Was ist die erste Pflicht<br>\nDes Ritters, der f\u00fcr Christum ficht,<br>\nSich schm\u00fccket mit des Kreuzes Zeichen?\u00c2\u00ab<br>\nUnd alle ringsherum erbleichen.<br>\nDoch er, mit edelm Anstand, spricht,<br>\nIndem er sich err\u00f6tend neiget:<br>\n\u00c2\u00bbGehorsam ist die erste Pflicht,<br>\nDie ihn des Schmuckes w\u00fcrdig zeiget.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c2\u00bbUnd diese Pflicht, mein Sohn\u00c2\u00ab, versetzt<br>\nDer Meister, \u00c2\u00bbhast du frech verletzt,<br>\nDen Kampf, den das Gesetz Versager,<br>\nHast du mit frevlem Mut gewaget!\u00c2\u00ab<br>\n\u00c2\u00bbHerr, richte, wenn du alles wei\u00dft\u00c2\u00ab,<br>\nSpricht jener mit gesetztem Geist,<br>\n\u00c2\u00bbDenn des Gesetzes Sinn und Willen<br>\nVermeint ich treulich zu erf\u00fcllen,<br>\nNicht unbedachtsam zog ich hin,<br>\nDas Ungeheuer zu bekriegen,<br>\nDurch List und kluggewandten Sinn<br>\nVersucht ichs, in dem Kampf zu siegen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnf unsers Ordens waren schon,<br>\nDie Zierden der Religion,<br>\nDes k\u00fchnen Mutes Opfer worden,<br>\nDa wehrtest du den Kampf dem Orden.<br>\nDoch an dem Herzen nagte mir<br>\nDer Unmut und die Streitbegier,<\/p>\n\n\n\n<p>Ja selbst im Traum der stillen N\u00e4chte<br>\nFand ich mich keuchend im Gefechte,<br>\nUnd wenn der Morgen d\u00e4mmernd kam<br>\nUnd Kunde gab von neuen Plagen,<br>\nDa fa\u00dfte mich ein wilder Gram,<br>\nUnd ich beschlo\u00df, es frisch zu wagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und zu mir selber sprach ich dann:<br>\nWas schm\u00fcckt den J\u00fcngling, ehrt den Mann,<br>\nWas leisteten die tapfern Helden,<br>\nVon denen uns die Lieder melden?<br>\nDie zu der G\u00f6tter Glanz und Ruhm<br>\nErhub das blinde Heidentum?<br>\nSie reinigten von Ungeheuern<br>\nDie Welt in k\u00fchnen Abenteuern,<br>\nBegegneten im Kampf dem Leun<br>\nUnd rangen mit dem Minotauren,<br>\nDie armen Oper zu beirein,<br>\nUnd lie\u00dfen sich das Blut nicht dauren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist nur der Sarazen es wert,<br>\nDa\u00df ihn bek\u00e4mpft des Christen Schwert?<br>\nBekriegt er nur die falschen G\u00f6tter?<br>\nGesandt ist er der Welt zum Retter,<br>\nVon jeder Not und jedem Harm<br>\nBefreien mu\u00df sein starker Arm,<br>\nDoch seinen Mut mu\u00df Weisheit leiten,<br>\nUnd List mu\u00df mit der St\u00e4rke streiten.<br>\nSo sprach ich oft und zog allein,<br>\nDes Raubtiers F\u00e4hrte zu erkunden,<br>\nDa fl\u00f6\u00dfte mir der Geist es ein,<br>\nFroh rief ich aus: Ich habe gefunden!<\/p>\n\n\n\n<p>Und trat zu dir und sprach dies Wort:<br>\n&gt;Mich zieht es nach der Heimat fort.&lt;<br>\nDu, Herr, willfahrtest meinen Bitten,<br>\nUnd gl\u00fccklich war das Meer durchschnitten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum stieg ich aus am heimschen Strand,<br>\nGleich lie\u00df ich durch des K\u00fcnstlers Hand.<br>\nGetreu den wohlbemerkten Z\u00fcgen,<br>\nEin Drachenbild zusammenf\u00fcgen.<br>\nAuf kurzen F\u00fc\u00dfen wird die Last<br>\nDes langen Leibes aufget\u00fcrmet,<br>\nEin schuppigt Panzerhemd umfa\u00dft<br>\nDen R\u00fccken, den es furchtbar schirmet.<\/p>\n\n\n\n<p>Lang strecket sich der Hals hervor<br>\nUnd gr\u00e4\u00dflich wie ein H\u00f6llentor<br>\nAls schnappt\u00e2\u20ac\u2122 es gierig nach der Beute<br>\nEr\u00f6ffnet sich des Rachens Weite,<br>\nUnd aus dem schwarzen Schlunde dr\u00e4un<br>\nDer Z\u00e4hne stacheligte Reihn,<br>\nDie Zunge gleicht des Schwertes Spitze<br>\nDie kleinen Augen spr\u00fchen Blitze<br>\nIn einer Schlange endigt sich<br>\nDes R\u00fcckens ungeheure L\u00e4nge,<br>\nRollt um sich selber f\u00fcrchterlich<br>\nDa\u00df es um Mann und Ro\u00df sich schl\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<p>Und alles bild ich nach genau<br>\nUnd kleid es in ein scheu\u00dflich Grau,<br>\nHalb Wurm erschiene, halb Molch und Drache<br>\nGezeuget in der giftgen Lache.<br>\nUnd als das Bild vollendet war,<br>\nErw\u00e4hl ich mir ein Doggenpaar,<br>\nGewaltig, schnell, von flinken L\u00e4ufen<br>\nGewohnt, den wilden Ur zu greifen.<br>\nDie hetz ich auf den Lindwurm an<br>\nErhitze sie zu wildem Grimme,<br>\nZu fassen ihn mit scharfem Zahn<br>\nUnd lenke sie mit meiner Stimme.<br>\nUnd wo des Bauches weiches Vlies<br>\nDen scharfen Bissen Bl\u00f6\u00dfe lie\u00df,<\/p>\n\n\n\n<p>Da reiz ich sie, den Wurm zu packen,<br>\nDie spitzen Z\u00e4hne einzuhacken.<br>\nIch selbst, bewaffnet mit Gescho\u00df,<br>\nBesteige mein arabisch Ro\u00df,<br>\nVon adeliger Zucht entstammet,<br>\nUnd als ich seinen Zorn entflammet,<br>\nRasch auf den Drachen spreng ichs los<br>\nUnd stachl es mit den scharfen Sporen<br>\nUnd werfe zielend mein Gescho\u00df,<br>\nAls wollt ich die Gestalt durchbohren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob auch das Ro\u00df sich grauend b\u00e4umt<br>\nUnd knirscht und in den Z\u00fcgel sch\u00e4umt,<br>\nUnd meine Doggen \u00e4ngstlich st\u00f6hnen,<br>\nNicht rast ich, bis sie sich gew\u00f6hnen.<br>\nSo \u00fcb ichs aus mit Emsigkeit,<br>\nBis dreimal sich der Mond erneut,<br>\nUnd als sie jedes recht begriffen,<br>\nF\u00fchr ich sie her auf schnellen Schiffen.<br>\nDer dritte Morgen ist es nun,<br>\nDa\u00df mirs gelungen, hier zu landen,<br>\nDen Gliedern g\u00f6nnt ich kaum zu ruhn,<br>\nBis ich das gro\u00dfe Werk bestanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn hei\u00df erregte mir das Herz<br>\nDes Landes frisch erneuter Schmerz,<br>\nZerrissen fand man j\u00fcngst die Hirten,<br>\nDie nach dem Sumpfe sich verirrten,<br>\nUnd ich beschlie\u00dfe rasch die Tat,<br>\nNur von dem Herzen nehm ich Rat.<br>\nFlugs Unterricht ich meine Knappen,<br>\nBesteige den versuchten Rappen,<br>\nUnd von dem edeln Doggenpaar<br>\nBegleitet, auf geheimen Wegen,<br>\nWo meiner Tat kein Zeuge war,<br>\nReit ich dem Feinde frisch entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kirchlein kennst du, Herr, das hoch<br>\nAuf eines Felsenberges Joch,<br>\nDer weit die Insel \u00fcberschauet,<br>\nDes Meisters k\u00fchner Geist erbauet.<br>\nVer\u00e4chtlich scheint es, arm und klein<br>\nDoch ein Mirakel schlie\u00dft es ein,<br>\nDie Mutter mit dem Jesusknaben,<br>\nDen die drei K\u00f6nige begaben.<br>\nAuf dreimal drei\u00dfig Stufen steigt<br>\nDer Pilgrim nach der steilen H\u00f6he,<br>\nDoch hat er schwindelnd sie erreicht,<br>\nErquickt ihn seines Heilands N\u00e4he.<\/p>\n\n\n\n<p>Tief in den Fels, auf dem es h\u00e4ngt,<br>\nIst eine Grotte eingesprengt,<br>\nVom Tau des nahen Moors befeuchtet,<br>\nWohin des Himmels Strahl nicht leuchtet<br>\nHier hausete der Wurm und lag,<br>\nDen Raub ersp\u00e4hend, Nacht und Tag.<br>\nSo hielt er wie der H\u00f6llendrache<br>\nAm Fu\u00df des Gotteshauses Wache,<br>\nUnd kam der Pilgrim hergewallt<br>\nUnd lenkte in die Ungl\u00fccksstra\u00dfe,<br>\nHervorbrach aus dem Hinterhalt<br>\nDer Feind und trug ihn fort zum Fra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Felsen stieg ich jetzt hinan,<br>\nEh ich den schweren Strau\u00df begann,<br>\nHin kniet ich vor dem Christuskinde<br>\nUnd reinigte mein Herz von S\u00fcnde,<br>\nDrauf g\u00fcrt ich mir im Heiligtum<br>\nDen blanken Schmuck der Waffen um<br>\nBewehre mit dem Spie\u00df die Rechte,<br>\nUnd nieder steig ich zum Gefechte.<br>\nZur\u00fccke bleibt der Knappen Tro\u00df,<br>\nIch gebe scheidend die Befehle<br>\nUnd schwinge mich behend aufs Ro\u00df,<br>\nUnd Gott empfehl ich meine Seele.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum seh ich mich im ebnen Plan,<br>\nFlugs schlagen meine Doggen an,<br>\nUnd bang beginnt das Ro\u00df zu keuchen<br>\nUnd b\u00e4umet sich und will nicht weichen,<br>\nDenn nahe liegt, zum Kn\u00e4ul geballt,<br>\nDes Feindes scheu\u00dfliche Gestalt<br>\nUnd sonnet sich auf warmem Grunde.<br>\nAuf jagen ihn die flinken Hunde,<br>\nDoch wenden sie sich pfeilgeschwind,<br>\nAls es den Rachen g\u00e4hnend teilet<br>\nUnd von sich haucht den giftgen Wind<br>\nUnd winselnd wie der Schakal heulet.<br>\nDoch schnell erfrisch ich ihren Mut,<\/p>\n\n\n\n<p>Sie fassen ihren Feind mit Wut,<br>\nIndem ich nach des Tieres Lende<br>\nAus starker Faust den Speer versende,<br>\nDoch machtlos wie ein d\u00fcnner Stab<br>\nPrallt er vom Schuppenpanzer ab,<br>\nUnd eh ich meinen Wurf erneuet,<br>\nDa b\u00e4umet sich mein Ro\u00df und scheuet<br>\nAn seinem Basiliskenblick<br>\nUnd seines Atems giftgern Wehen,<br>\nUnd mit Entsetzen springts zur\u00fcck,<br>\nUnd jetzo wars um mich geschehen<\/p>\n\n\n\n<p>Da schwing ich mich behend vom Ro\u00df,<br>\nSchnell ist des Schwertes Schneide blo\u00df,<br>\nDoch alle Streiche sind verloren,<br>\nDen Felsenharnisch zu durchbohren,<br>\nUnd w\u00fctend mit des Schweifes Kraft<br>\nHat es zur Erde mich gerafft,<br>\nSchon seh ich seinen Rachen g\u00e4hnen,<br>\nEs haut nach mir mit grimmen Z\u00e4hnen,<br>\nAls meine Hunde wutentbrannt<br>\nAn seinen Bauch mit grimmgen Bissen<br>\nSich warfen, da\u00df es heulend stand,<br>\nVon ungeheurem Schmerz zerrissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und eh es ihren Bissen sich<br>\nEntwindet, rasch erheb ich mich,<br>\nErsp\u00e4he mir des Feindes Bl\u00f6\u00dfe<br>\nUnd sto\u00dfe tief ihm ins Gekr\u00f6se<br>\nNachbohrend bis ans Heft den Stahl<br>\nSchwarzquellend springt des Blutes Strahl,<br>\nHin sinkt es und begr\u00e4bt im Falle<br>\nMich mit des Leibes Riesenballe,<br>\nDa\u00df schnell die Sinne mir vergehn.<br>\nUnd als ich neugest\u00e4rkt erwache<br>\nSeh ich die Knappen um mich stehn,<br>\nUnd tot im Blute liegt der Drache.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Des Beifalls lang gehemmte Lust<br>\nBefreit jetzt aller H\u00f6rer Brust<br>\nSowie der Ritter dies gesprochen,<br>\nUnd zehnfach am Gew\u00f6lb gebrochen<br>\nW\u00e4lzt der vermischten Stimmen Schall<br>\nSich brausend fort im Widerhall,<br>\nLaut fordern selbst des Ordens S\u00f6hne,<br>\nDa\u00df man die Heldenstirne kr\u00f6ne,<br>\nUnd dankbar im Triumphgepr\u00e4ng<br>\nWill ihn das Volk dem Volke zeigen,<br>\nDa faltet seine Stirne streng<br>\nDer Meister und gebietet Schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und spricht: \u00c2\u00bbDen Drachen, der dies Land<br>\nVerheert, schlugst du mit tapfrer Hand,<br>\nEin Gott bist du dem Volke worden,<br>\nEin Feind kommst du zur\u00fcck dem Orden,<br>\nUnd einen schlimmern Wurm gebar<br>\nDein Herz, als dieser Drache war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schlange, die das Herz vergiftet,<br>\nDie Zwietracht und Verderben stiftet,<br>\nDas ist der widerspenstge Geist<br>\nDer gegen Zucht sich frech emp\u00f6ret,<br>\nDer Ordnung heilig Band zerrei\u00dft,<br>\nDenn der ists, der die Welt zerst\u00f6ret.<\/p>\n\n\n\n<p>Mut zeiget auch der Mameluck,<br>\nGehorsam ist des Christen Schmuck;<br>\nDenn wo der Herr in seiner Gr\u00f6\u00dfe<br>\nGewandelt hat in Knechtes Bl\u00f6\u00dfe,<br>\nDa stifteten, auf heilgem Grund,<br>\nDie V\u00e4ter dieses Ordens Bund,<br>\nDer Pflichten schwerste zu erf\u00fcllen:<br>\nZu b\u00e4ndigen den eignen Willen!<br>\nDich hat der eitle Ruhm bewegt,<br>\nDrum wende dich aus meinen Blicken,<br>\nDenn wer des Herren Joch nicht tr\u00e4gt,<br>\nDarf sich mit seinem Kreuz nicht schm\u00fccken.\u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da bricht die Menge tobend aus,<br>\nGewaltger Sturm bewegt das Haus,<br>\nUm Gnade flehen alle Br\u00fcder,<br>\nDoch schweigend blickt der J\u00fcngling nieder,<br>\nStill legt er von sich das Gewand<br>\nUnd k\u00fc\u00dft des Meisters strenge Hand<br>\nUnd geht. Der folgt ihm mit dem Blicke,<br>\nDann ruft er liebend ihn zur\u00fccke<br>\nUnd spricht: Umarme mich, mein Sohn!<br>\nDir ist der h\u00e4rtre Kampf gelungen.<br>\nNimm dieses Kreuz: es ist der Lohn<br>\nDer Demut, die sich selbst bezwungen. \u00c2\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich von Schiller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was rennt das Volk, was w\u00e4lzt sich dort Die langen Gassen brausend fort? St\u00fcrzt Rhodus unter Feuers Flammen? Es rottet sich im Sturm zusammen, Und einen Ritter, hoch zu Ro\u00df, Gewahr ich aus dem Menschentro\u00df, Und hinter ihm, welch Abenteuer! 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