Saatengrün, Veilchenduft, Lerchenwirbel
Saatengrün, Veilchenduft, Lerchenwirbel,
Amselschlag, Sonnenregen, linde Luft!
Wenn ich solche Worte singe,
braucht es dann noch große Dinge,
dich zu preisen, Frühlingstag
Ludwig Uhland
Lustige, besinnliche, liebevolle, traurige und andere Texte, Gedichte und Zitate
Saatengrün, Veilchenduft, Lerchenwirbel,
Amselschlag, Sonnenregen, linde Luft!
Wenn ich solche Worte singe,
braucht es dann noch große Dinge,
dich zu preisen, Frühlingstag
Ludwig Uhland
Einsam, in meines Dichterstübchens Wänden,
Saß ich beim trauten Abenddämmerschein;
Da trat ein Büblein schüchtern zu mir ein
Und spricht mit einem Strauße in den Händen:
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(Als ich am 22sten Oktober ein Veilchen geschenkt bekam)
Frühlingsblümchen, Bote schöner Tage,
Allerliebstes, holdes Veilchen! sage
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Das Veilchen blüht so sittsam und hold;
Das Schlüsselblümchen düftet wie Gold.
Bewundernd steht der denkende Mann
Und betet still den Schaffenden an.
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In der Sonne süß und luftig
Blüht die Rose;
Doch das Veilchen knospet duftig
In dem Moose.
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Wieder die ersten sonnigen Hauche,
Lockend hinaus vor die düstere Stadt;
Wieder am zitternden, treibenden Strauche
Die ersten Knospen, das erste Blatt.
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Wir Kinder, wir schmecken
Der Freuden recht viel,
Wir schäkern und necken,
Versteht sich im Spiel;
Wir lärmen und singen
Und rennen rundum,
Und hüpfen und springen
Im Grase herum.
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Blühe, liebes Veilchen,
Das ich selbst erzog,
Blühe noch ein Weilchen,
Werde schöner noch!
Weißt du was ich denke?
Lotten zum Geschenke
Pflück ich nächstens dich.
Blümchen, freue dich!
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Um Mitternacht Bin ich jäh erwacht.
Hufschlag hallte, ein Horn erklang,
Daß ich erschreckt ans Fenster sprang.
Der Mond schien hell,
Und da kam es zur Stell:
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Das Veilchen spricht mit stolzem Mut:
Bin ich Dir nur zum Pflücken gut,
Mich fortzuwerfen balde:
Laß lieber stehn mich ungepflückt,
Bleib’ ich auch fürder unbeglückt
Im tiefen dunklen Walde!
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A lle Vögel singen schon,
B lumen blühn im Garten,
C rocus, Veilchen, Anemon,
D ie verschämten, zarten.
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Das Veilchen am Bache,
das Röslein am Strauch
sind alle zwei herzig,
und du bist es auch!
Bald kehrst du wieder,
oh, nur ein Weilchen,
und blaue Lieder
duften die Veilchen!
Morgens send ich dir die Veilchen,
Die ich früh im Wald gefunden,
Und des Abends bring ich Rosen,
Die ich brach in Dämmrungstunden.
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Blühe wie das Veilchen im Moose,
bescheiden, sittsam und rein.
Und nicht wie die stolze Rose,
die immer bewundert will sein.