Trauerstille (Sonett)
O wie öde, sonder Freudenschall,
Schweigen nun Paläste mir, wie Hütten,
Flur und Hain, so munter einst durchschritten,
Und der Wonnesitz am Wasserfall!
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Lustige, besinnliche, liebevolle, traurige und andere Texte, Gedichte und Zitate
O wie öde, sonder Freudenschall,
Schweigen nun Paläste mir, wie Hütten,
Flur und Hain, so munter einst durchschritten,
Und der Wonnesitz am Wasserfall!
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Mädel, schau mir in’s Gesicht!
Schelmenauge, blinzle nicht!
Mädel, merke was ich sage!
Gib Bescheid auf meine Frage!
Holla, hoch mir in’s Gesicht!
Schelmenauge, blinzle nicht!
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Ein andrer werb um Ehr und Gold!
Ich werb um Liebe bei Selinden.
Mich kann allein ihr süßer Sold
An allgetreue Dienste binden.
Das Glück läßt manchen Ehrenmann
In seinem Dienst umsonst verderben.
Allein bei treuer Liebe kann
Der Hirt auch sichern Sold erwerben.
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Mir thut’s so weh im Herzen!
Ich bin so matt und krank!
Ich schlafe nicht vor Schmerzen,
Mag Speise nicht und Trank;
Seh’ Alles sich entfärben,
Was schön war rundumher.
Nichts, Molly, als zu sterben,
Nichts, Liebchen, wünsch’ ich mehr.
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O was in tausend Liebespracht,
Das Mädel, das ich meine, lacht!
Nun sing, o Lied, und sag mir an!
Wer hat das Wunder aufgetan:
Daß so in tausend Liebespracht
Das Mädel, das ich meine, lacht?
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Es blüht ein Blümchen irgendwo
In einem stillen Thal;
Das schmeichelt Aug’ und Herz so froh
Wie Abendsonnenstrahl;
Das ist viel köstlicher als Gold,
Als Perl’ und Diamant:
Drum wird es »Blümchen Wunderhold«
Mit gutem Fug genannt.
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Ich sah so frei und wonnereich
Einst meine Tag’ entschlüpfen,
Wie Vögelchen, von Zweig auf Zweig,
Beim Morgenliede hüpfen.
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Das Streben nach Vollkommenheit
macht manchen Menschen vollkommen unerträglich.
Gottfried August Bürger
Ein Winzer, der am Tode lag,
rief seine Kinder an und sprach:
“In unserm Weinberg liegt ein Schatz,
grabt nur danach!” -”An welchem Platz?”
schrie alles laut den Vater an. -
“Grabt nur!” – O weh! Da starb der Mann.
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Wenn dich die Lästerzunge sticht,
so lass dir dies zum Troste sagen:
Die schlechtesten Früchte sind es nicht,
woran die Wespen nagen.
Gottfried August Bürger
Ich will euch erzählen ein Märchen, gar schnurrig:
Es war mal ein Kaiser; der Kaiser war kurrig;
Auch war mal ein Abt, ein gar stattlicher Herr;
Nur schade! sein Schäfer war klüger, als er.
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Es gibt der Esel, welche wollen,
Daß Nachtigallen hin und her
Des Müllers Säcke tragen sollen.
Ob recht, fällt mir zu sagen schwer.
Das weiß ich: Nachtigallen wollen
Nicht, daß die Esel singen sollen.
Gottfried August Bürger
Aufs Herz behaupten oft die Damen,
Ach! auf das Herz kommt alles an;
Das Herz vereinigt Weib und Mann,
Das Herz nur ist der Angel oder Hamen,
Wodurch man Lieb und Glück erfischen kann.
Doch was für einen Talisman
Verstehn wohl unter Herz die Damen?
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Lenore fuhr ums Morgenrot
Empor aus schweren Träumen:
»Bist untreu, Wilhelm, oder tot?
Wie lange willst du säumen?« -
Er war mit König Friedrichs Macht
Gezogen in die Prager Schlacht,
Und hatte nicht geschrieben:
Ob er gesund geblieben.
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Der Winter hat mit kalter Hand
Die Pappel abgelaubt,
Und hat das grüne Maigewand
Der armen Flur geraubt;
Hat Blümchen, blau und rot und weiß,
Begraben unter Schnee und Eis.
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