Sprüche, Gedichte und Zitate Sammlung

Lustige, besinnliche, liebevolle, traurige und andere Texte, Gedichte und Zitate



     

Kategorie: Annette von Droste- Hülshoff



Das Eselein

Auf einem Wiesengrund ging einmal
Ein muntres Rößlein weiden,
Ein Schimmelchen war’s, doch etwas fahl,
Sein Äußeres nenn’ ich bescheiden,
Das schlechteste und auch das beste nicht,
Wir wollen nicht drüber zanken,
Doch hatt’ es ein klares Augenlicht
Und starke geschmeidige Flanken.
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Der Todesengel

‘S gibt eine Sage, daß wenn plötzlich matt’
Unheimlich Schaudern einen übergleite,
Daß dann ob seiner künft’gen Grabesstatt
Der Todesengel schreite.
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Das Spiegelbild

Schaust du mich an aus dem Kristall
Mit deiner Augen Nebelball,
Kometen gleich, die im Verbleichen;
Mit Zügen, worin wunderlich
Zwei Seelen wie Spione sich
Umschleichen, ja, dann flüstre ich:
Phantom, du bist nicht meinesgleichen!
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Das Haus in der Heide

Wie lauscht, vom Abendschein umzuckt,
die strohgedeckte Hütte,
recht wie im Nest der Vogel duckt,
aus dunkler Föhren Mitte.
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Das erste Gedicht

Auf meiner Heimat Grunde,
Da steht ein Zinnenbau,
Schaut finster in die Runde
Aus Wimpern schwer und grau;
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Blumentod

Wie sind meine Finger so grün,
Blumen hab’ ich zerrissen;
Sie wollten für mich blühn
Und haben sterben müssen.
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Brennende Liebe

Und willst du wissen, warum
So sinnend ich manche Zeit,
Mitunter so töricht und dumm,
So unverzeihlich zerstreut,
Willst wissen auch ohne Gnade,
Was denn so Liebes enthält
Die heimlich verschlossene Lade,
An die ich mich öfters gestellt?
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An Cornelia

Du ziehst von uns, und manche teure Stunde
Zieht fort mit dir in jenes ferne Land.
Wohl weiß ich es, daß in getreuem Bunde
Auch dort dir alle Herzen zugewandt.
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Am Turme

Ich steh’ auf hohem Balkone am Turm,
umstrichen vom schreienden Stare,
und lass’ gleich einer Mänade den Sturm
mir wühlen im flatternden Haare;
o wilder Geselle, otoller Fant,
ich möchte dich kräftig umschlingen,
und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand
auf Tod und Leben dann ringen!
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Abschied von der Jugend

Wie der zitternde Verbannte
Steht an seiner Heimat Grenzen,
Rückwärts er das Antlitz wendet,
Rückwärts seine Augen glänzen,
Winde, die hinüber streichen,
Vögel in der Luft beneidet,
Schaudernd vor der kleinen Scholle,
Die das Land vom Lande scheidet;
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Am Bodensee

Über Gelände, matt gedehnt,
Hat Nebelhauch sich wimmelnd gelegt,
Müde, müde die Luft am Strande stöhnt,
Wie ein Roß, das den schlafenden Reiter trägt;
Im Fischerhause kein Lämpchen brennt,
Im öden Turme kein Heimchen schrillt,
Nur langsam rollend der Pulsschlag schwillt
In dem zitternden Element.
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Wenn die Kinder klein sind

Wenn die Kinder klein sind,
treten sie uns in den Schoß,
und wenn sie groß sind, ins Herz.

Annette von Droste-Hülshoff

Glückwünsche zum Geburtstag

Und ob der Maien stürmen will
Mit Regenguß und Hagelschlag,
Wie ein verspäteter April:
Er hat doch einen schönen Tag.Hat einen Tag, der schlimme Mai,
Viel lieber als das ganze Jahr,
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So, wenn ich schaue in dein Antlitz mild

So, wenn ich schaue in dein Antlitz mild,
wo tausend frische Lebenskeime walten,
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Zu Bethlehem, da ruht ein Kind

Zu Bethlehem, da ruht ein Kind
im Kripplein eng und klein,
das Kindlein ist ein Gotteskind,
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